Unternehmen EZB: Wachstum in der Eurozone schwächt sich ab

Containerschiffe im Hamburger Hafen.

Containerschiffe im Hamburger Hafen.© HHLA

Im Frühjahr hat die Eurozone die Rezession endlich hinter sich gelassen. Doch die Krise ist noch nicht überwunden. Die Konjunkturerholung steht auf wackligen Füßen, betont die EZB. Und auch ohne Rückschläge wird sich die Wirtschaft nur langsam beleben.

Die Wirtschaft in der Eurozone kann das Wachstumstempo aus dem Frühjahr aus Sicht der EZB nicht halten. „Die jüngsten Daten zur Industrieproduktion deuten auf eine leichte Wachstumsabschwächung zu Beginn des dritten Quartals hin“, schreibt die Europäische Zentralbank in ihrem am Donnerstag in Frankfurt veröffentlichten Monatsbericht. Einen Rückfall in die Rezession erwarten die Notenbanker aber nicht, die Vertrauensindikatoren ließen  eine allmähliche Konjunkturerholung erwarten. Im zweiten Quartal war die Wirtschaft im Euroraum zum Vorquartal um 0,3 Prozent gewachsen. Damit wurde die seit Herbst 2011 anhaltende Rezession beendet.

Die Produktion wird sich nach der Prognose der EZB-Experten langsam beleben, auch weil die lockere Geldpolitik die Binnennachfrage ankurbelt. Der private Konsum werde zusätzlich durch die niedrigere Inflation angetrieben, die sich zuletzt positiv auf die Realeinkommen ausgewirkt habe. Im September sank die Jahresteuerung in den 17 Euroländern auf 1,1 Prozent.

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Auch von der Weltwirtschaft erwartet die EZB wieder mehr Impulse: Die Konjunktur werde von einer Zunahme der Auslandsnachfrage nach Exporten des Euroraums profitieren. Nach wir vor setzen die Währungshüter darauf, dass die bessere Stimmung an den Finanzmärkten sowie die Fortschritte bei der Konsolidierung der Haushalte in den Krisenländern auch auf die Realwirtschaft durchschlagen.

Doch die Arbeitslosigkeit im Eurogebiet ist nach wie vor hoch, und die Anpassungen im öffentlichen und im privaten Sektor werden die Wirtschaftsentwicklung nach Überzeugung der Notenbank weiter belasten. Noch hält die EZB daher an ihrem insgesamt skeptischen Ausblick fest. Damit begründet sie auch den extrem niedrigen Leitzins von 0,5 Prozent – den Sparer mit realen Verlusten auf Sparbüchern und Tagesgeldkonten bezahlen.

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