Unternehmen Facebook: Die Logik hinter dem WhatsApp-Deal

WhatsApp ist derzeit eine der meistgeladenen Apps in Deutschland.

WhatsApp ist derzeit eine der meistgeladenen Apps in Deutschland.© WhatsApp

Facebook schluckt den Kurznachrichtendienst WhatsApp. 19 Milliarden Dollar zahlt das soziale Netzwerk für das Startup mit 50 Mitarbeitern. Warum?

Zum Nachtisch gab es Erdbeeren mit Schokoglasur: Beim Abendessen machten Mark Zuckerberg und Jan Koum die 19-Milliarden-Dollar-Übernahme perfekt, über die heute die ganze Welt spricht. Facebook übernimmt WhatsApp, ein fünf Jahre altes Startup mit 50 Mitarbeitern, dessen bisheriges Geschäftsmodell vorsieht, dass Kunden in den ersten zwölf Monaten gar nichts und anschließend 99 Cent zahlen – pro Jahr.

Die Frage ist: Was soll das?

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WhatsApp, das ist erst einmal nichts anderes als ein Programm, mit dem sich Nachrichten verschicken lassen. Wer ein Smartphone hat, sendet heute immer seltener kostenpflichtige SMS, sondern nutzt WhatsApp. Gerade in Deutschland ist die App beliebt: 30 Millionen Nutzer gibt es hierzulande. Weltweit sind es bereits 450 Millionen, an manchen Tagen verschicken sie 50 Milliarden Nachrichten. Jeden Tag kommen eine Million weitere Nutzer hinzu.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg ist überzeugt davon, dass WhatsApp bald die Marke von einer Milliarde Nutzern knacken wird. Deshalb legt er vier Milliarden Dollar in bar auf den Tisch, den Rest gibt es in Facebook-Aktien, die in den letzten Wochen so teuer wie nie seit dem Börsengang waren. Zuckerberg sieht WhatsApp als ideale Ergänzung zu Facebook: Während das soziale Netzwerk bei jüngeren Nutzern seit einiger Zeit sichtlich schwächelt, tummeln sich diese bei WhatsApp, Snapchat oder auch Instagram, das Facebook bereits für eine knappe Milliarde Dollar gekauft hat.

WhatsApp wächst schneller als die anderen großen Akteure im Feld der schnellen, mobilen Online-Kommunikation, schneller als Facebook, Skype oder auch Gmail von Google. Von den zurzeit 450 Millionen Menschen, die WhatsApp auf ihrem Smartphone installiert haben, nutzen 70 Prozent das Programm jeden einzelnen Tag. Von so einer Kundentreue kann die Konkurrenz nur träumen. Zudem ist die App besonders in aufstrebenden Märkten außerhalb der USA besonders beliebt.

Facebook kauft sich weiteres Wachstum

“WhatsApp ist auf dem Weg eine Milliarde Menschen zu vernetzen”, sagt Zuckerberg, “alle Dienste, die diesen Meilenstein schaffen, werden unglaublich wertvoll sein.” WhatsApp-Gründer Jan Koum hält sogar fünf Milliarden Nutzer in den nächsten Jahren für möglich.

Facebook kauft sich also weiteres Wachstum. Der hohe Preis ist dabei ein Stück weit der Konkurrenz geschuldet: Auch Apple und Google kaufen zurzeit wie verrückt junge, schnell wachsende Unternehmen und haben ebenfalls prall gefüllte Kriegskassen: Google hat 60 Milliarden Dollar, Apple sogar mehr als das Doppelte auf dem Konto.

Im Bieterkampf um die digitalen Zukunftsunternehmen schaukeln sich die drei Giganten deshalb immer weiter hoch – aus Angst, den Anschluss an die Anderen zu verlieren. Mark Zuckerberg hat den Preis von 19 Milliarden Dollar in einer Telefonkonferenz mit Analysten auch damit begründet, dass es in einigen Monaten noch viel teurer geworden wäre. Er glaubt, dass WhatsApp für Facebook so wichtig werden wird wie einst Youtube für Google – mindestens.

1 Kommentar
  • Peter Meier 21. Februar 2014 06:35

    Zuckerschneckchen kann gerne an die Wichtigkeit von whats app glauben.
    Ich will nicht smit facebook zutun haben, das gleiche gilt dann auch für seine Neuerwerbungen.
    Es gibt immer einen Ersatz.

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