Unternehmen Familienunternehmen setzen auf Eigenkapital

Deutsche Familienunternehmen nehmen nur ungern Geld von außen. Zu diesem Schluss kommt die Untersuchung einer Beratungsfirma. Den befragten Führungskräften sei die Finanzierung aus eigenen Gewinnen wesentlich lieber. Allerdings hätten sie auch einen schlechteren Zugang zum Kapitalmarkt als Publikumsgesellschaften.

Deutsche Familienunternehmen setzen einer Untersuchung zufolge stärker auf finanzielle Eigenständigkeit, als Gesellschaften, deren Anteile breit gestreut sind. Für die Studie „Familienunternehmen 2010/2011“ befragte das Beratungsunternehmens Auxilion 127 Führungskräfte deutscher Familienunternehmen sowie von Kapitalgesellschaften mit breit gestreuten Eigentumsanteilen.

Die Studie sei eine Stichprobe aus der betrieblichen Praxis, die eine Grundstimmung wiedergebe, aus der sich bestimmte Rückschlüsse ziehen ließen, so die Berater.

Anzeige

Ihrer Erfahrung nach scheuen Familienunternehmen die Abhängigkeit von Fremdkapitalgebern, weil dies unvereinbar mit ihrem generationenübergreifenden Denken sei. Im Unterschied zu Publikumsgesellschaften, deren Ziel nach dem Shareholder-Value-Ansatz die Gewinnmaximierung ist, überwiege bei Familienunternehmen vielmehr die langfristige Sicherung der Unternehmensexistenz und die sicherheitsorientierte Steigerung des Unternehmenswertes – unabhängig von kurzfristig orientierten Investoren und den kritischen Meinungen von Analysten. Zudem litten Familienunternehmen mit der höheren Eigenkapitalbasis bei zyklischen Zinsentwicklungen weniger als andere Unternehmen.

Dass Familienunternehmen eine höhere Eigenkapitalquote als Publikumsgesellschaften haben, davon sind der Studie zufolge 74 Prozent der Befragten überzeugt, weitere 21 Prozent stimmen dem teilweise zu. Dazu passen auch die Antworten der Befragten nach den bevorzugten Finanzierungsquellen: 86 Prozent sind der Meinung, dass sich Familienunternehmen bevorzugt aus eigenen Gewinnen finanzieren.

Erst danach folgen Fremdkapitalquellen wie Bankkredite (74 Prozent), Gesellschafterdarlehen (62 Prozent) und Einlagen- und Beteiligungsfinanzierung (44 Prozent). Allerdings gaben auch 67 Prozent der Befragten an, dass Familienunternehmen einen schlechteren Zugang zu den Kapitalmärkten hätten als Publikumsgesellschaften.

Auxilion (www.auxilion.de) ist ein eigentümergeführtes Beratungshaus, das Familienunternehmen unterstützt.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...