Unternehmen Familienunternehmer schicken Brandbrief an Bundestag

Während europäische Großunternehmen mit einer Anzeigenkampagne für die Stabilität des Euros warben, hielt sich der deutsche Mittelstand in der Griechenland-Krise bislang zurück. 100 Familienunternehmer kritisieren die Euro-Politik der Bundesregierung nun öffentlich - mit prominenten Unterstützern an Bord.

Rund 100 Familienunternehmer protestieren zusammen mit knapp 200.000 Mitarbeitern gegen die Euro-Politik der Bundesregierung. In einer gemeinsamen Erklärung fordern sie die Abgeordneten des Bundestages auf, „der verantwortungslosen Schulden-Politik Deutschlands ein Ende zu setzen“, berichtete die „Welt“.

Dazu wollen sie grundlegende Änderungen in den Verträgen zur Währungsunion erreichen: „Austritt und Ausschluss müssen möglich werden“, heißt es in der „Berliner Erklärung“, die der „Welt“ vorliegt. Die Stiftung Familienunternehmen versendete das Papier an alle Bundestagsabgeordneten. Das Papier sei von etwa 100 Unternehmen unterzeichnet, die pro Jahr rund 38 Mrd. Euro umsetzen.

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Von der Währungsunion zur Transferunion

„Die Bundesregierung hat mit ihrer Euro-Rettungsschirm-Politik einen verhängnisvollen Weg eingeschlagen“, heißt es in der Erklärung. Sie trage die Verantwortung, dass die mit Einführung des Euros beschlossene Obergrenze für die Staatsschulden nicht eingehalten worden sei und habe dazu beigetragen, der Europäischen Zentralbank ihre Unabhängigkeit zu nehmen.

Mit der Rettung Griechenlands sei zudem die im Vertrag von Lissabon festgelegte „No-bail-out“-Klausel über Bord geworfen worden. Dieser Passus verbietet es, zur Lösung der Zahlungsprobleme eines Landes das Geld der Steuerzahler eines anderen Landes heranzuziehen. „Die Währungsunion ist seither eine Transferunion“, klagen die Unternehmer, die größte Last trage die Bundesrepublik. Ein prominenter Unterzeichner der Erklärung ist laut dem Bericht der Unternehmer Reinhold Würth.

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