Unternehmen Fielmann sieht Online-Konkurrenz gelassen

Bei der Optikerkette Fielmann kann kaum etwas die jährlichen Wachstumspläne trüben. Selbst der lange Winter, der der Branche zusetzte, verhagelte dem Konzern den Jahresauftakt 2013 nicht. Was Konzernchef Fielmann wurmt, ist ein Mangel an passenden Immobilien.

 

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Die Optikkette Fielmann bleibt im Brillenmarkt auf Kurs. Das Unternehmen habe im ersten Quartal 2013 wieder 1,7 Millionen Brillen abgesetzt, während die übrige Branche bei den Stückzahlen einen Rückgang von fünf Prozent verzeichnet habe, teilte die Filialkette am Donnerstag in Hamburg mit. Ungeachtet des langen Winters und drei Verkaufstagen weniger stieg der Konzernumsatz verglichen mit dem Vorjahresquartal um 2,3 Prozent auf 278 Millionen Euro. Der Überschuss lag erneut bei rund 34 Millionen Euro. Fielmann zeigte sich zuversichtlich, seine Marktposition ausbauen zu können.

Für seine Expansionspläne sucht Konzernchef Günther Fielmann in Deutschland geeignete Immobilien – an neuen Standorten vor allem in Baden-Württemberg, Bayern und Berlin, aber auch an alten. „100 Geschäfte sind zu klein für den Kundenandrang“, sagte Fielmann. Durch lange Wartezeiten bis zur Beratung verliere das Unternehmen auch Kunden, räumte er ein. Die 572 Filialen in Deutschland sollen mittelfristig – im Zeitraum von fünf Jahren – auf 700 aufgestockt werden. 671 Geschäfte wurden Ende März europaweit betrieben.

Aufkeimende Internet-Konkurrenz ist für den Firmenchef und Mehrheitseigner kein Grund für Nervosität. „Wir beobachten“, sagte der 73-Jährige. Gegebenenfalls werde das Unternehmen auch über diesen Vertriebsweg selbst aktiv. Nach Fielmann-Berechnungen hat der Brillen-Umsatz via Internet einen Marktanteil von rund 3,0 Prozent. Solche Händler könnten im Gegensatz zum stationären Service die Augen nicht prüfen, gab der Vorstandsvorsitzende zu bedenken. Außerdem sei die Gestellauswahl ein „haptisches Erlebnis“, ergänzte er. Vom Konzernumsatz entfallen rund 87 Prozent auf das Brillengeschäft (inklusive Sonnenbrillen), 11 Prozent auf Kontaktlinsen und der Rest auf Hörgeräte.

2012 hat der Konzern 7,1 Millionen Brillen abgesetzt (2011: 6,7 Mio) und einen Umsatz von 1,11 Milliarden Euro (1,05 Mrd) erzielt. Der Gewinn stieg auf rund 130 Millionen Euro nach 125,4 Millionen Euro im Vorjahr. Den Aktionären wird eine um 20 Cent auf 2,70 Euro steigende Dividende für 2012 vorgeschlagen. 29 Prozent der Firmenanteile sind im Streubesitz, der Rest gehört der Familie Fielmann.

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