Unternehmen Firmen starten zuversichtlich ins Jahr

Produktion in Deutschland

Produktion in Deutschland© industrieblick / Fotolia

Seit fast zweieinhalb Jahren war die Stimmung in den deutschen Firmen nicht mehr so gut wie jetzt. Der Ifo-Index zeigt, dass die Zuversicht der Unternehmen weiter wächst - und Werte erreicht, die es auch in der langen Geschichte der Umfrage nicht häufig gab. Volkswirte sehen aber weltweit weiter Risiken für die Wirtschaft.

Die Laune in deutschen Chefetagen ist so gut wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. Überraschend deutlich legte der Ifo-Geschäftsklimaindex im Januar zu und zeigte damit zum Jahresanfang in allen Bereichen nach oben. „Die deutsche Wirtschaft startet hoffnungsfroh ins neue Jahr“, sagte Ifo-Präsident Hans Werner Sinn am Montag. Der Index stieg zum Jahresstart von 109,5 auf 110,6 Punkte. Experten hatten mit einem etwas geringeren Plus gerechnet.
Dennoch: Volkswirte sehen weltweit weiter Risiken für die Wirtschaft.

Nach Einschätzung der Bundesbank dürfte die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal recht kräftig wachsen, wie das Institut in ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht schreibt. „Neben den weiterhin expansiven binnenwirtschaftlichen Impulsen vor allem vom privaten Konsum hat es vermehrt Anstöße von der Auslandsnachfrage gegeben.“ Damit dürfte insbesondere die Industrie Fahrt aufnehmen.

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Auch die meisten Banken und Forschungsinstitute erwarten 2014 eine spürbare Beschleunigung des Wachstums. Allerdings betont die Bundesbank, dass es in der Eurokrise für Entwarnung noch zu früh sei. Auch wenn die Rezession überwunden sei und die Aufschläge für Staatsanleihen wieder sinken, dürften die Krisenländer in ihrem Reformeifer nicht nachlassen.

Unternehmen blicken optimistisch in die Zukunft

Ifo-Chef Sinn sieht angesichts der Umfrageergebnisse dennoch mit großer Zuversicht auf die Entwicklung. „Die Erwartungen an den weiteren Geschäftsverlauf waren fast drei Jahre lang nicht mehr so optimistisch wie heute“, sagte Sinn. Die Bewertung der aktuellen Lage sei so gut wie seit Juni 2012 nicht mehr.

Bereits seit März 2010 hält sich der Ifo-Index, der monatlich durch die Befragung von rund 7000 Unternehmen ermittelt wird, über der Marke von 100 Punkten. Den letzten kleinen Rückgang hatte der Index im Oktober vergangenen Jahres verzeichnet, seither war es weiter bergauf gegangen.

Dennoch bestehen einige Risiken, die das Wachstum bremsen könnten. Gerade die jüngsten Tage machen deutlich, wie nervös die Akteure auf den Finanzmärkten sind – und wie fragil die Lage in den auch für die deutsche Wirtschaft wichtigen Schwellenländer ist. Die Turbulenzen etwa in der Türkei, in Brasilien oder Indien zeigen das.

Risiken für das Wirtschaftswachstum

Diese Länder sind wegen ihrer großen Handelsdefizite besonders abhängig von ausländischem Kapital. Da die US-Notenbank ihre lockere Geldpolitik schrittweise zurückführen will, bekämen die Länder die zusehends geringere Geldschwemme aus den USA zu spüren. Zudem werden die traditionellen Industrieländer mit Besserung der Konjunktur auch für Anleger wieder attraktiver. Doch Volkswirte der Banken sind nicht einig, ob die Schwierigkeiten in diesen Ländern, auch Deutschland bremsen werden.

„Die jüngsten Turbulenzen, die vor allem von den in den letzten Jahren so stabilen Schwellenländern ausgehen, dürften den Konjunkturausblick für Deutschland nicht nachhaltig beeinträchtigen“, sagt etwa DZ-Bank-Chefvolkswirt Michael Holstein. Dennoch zeigten sie, dass die Zuversicht an den Finanzmärkten vielleicht überzogen gewesen sei.

Turbulenzen in Schwellenländern

Jörg Krämer, Commerzbank-Chefvolkswirt warnte am Montag dagegen davor, die Risiken zu unterschätzen – auch mit Blick auf die Schwellenländer. Auch andere Wirtschaftsforscher treten ein wenig auf die Bremse. Der Grund ist einfach: Die Turbulenzen in den Schwellenländern sind der Umfrage nicht zu sehen. „Je nach Dauer dieser Unsicherheiten resultiert hieraus ein Abwärtsrisiko für die Unternehmensstimmung im Februar“, schreibt die BayernLB.

Und auch die Eurokrise, die den Kontinent seit sechs Jahren beutelt und vor allem in den südlichen Ländern die Arbeitslosigkeit teils drastisch steigen ließ, ist noch nicht vorbei. Trotz enormer Fortschritte, die in vielen Staaten erreicht worden seien, sei es für ein Entwarnung noch zu früh, schreibt die Bundesbank.

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