Unternehmen Förderung von Umwelttechnologie

Vielfach sind innovative Öko-Anlagen anfangs teurer als konventionelle. Von den Banken werden die Projekte nicht anders bewertet als andere Investitionen, einen besonderen "Umweltbonus" erhalten Unternehmer normalerweise nicht. Wie Firmenchefs dennoch an Geld für ihr Energieprojekt kommen.

Der Blick auf die Fördertöpfe von Bund, Ländern und Europäischer Union ist dann besonders sinnvoll ist, wenn die Idee innovativ ist oder sogar Pilotcharakter hat. „Grundsätzlich muss sich ein Projekt auch ohne Förderung rechnen“, erklärt der auf Ressourceneffizenz spezialisierte Förderberater Markus Lodde. Wichtigste Bedingung für die Geldspritze: Erst beantragen, dann starten. Leicht gesagt, schwer getan, angesichts eines schier unüberschaubaren Angebots von den unterschiedlichsten Stellen: „Es gibt fast für jeden das passende Programm, man muss es nur finden“, tröstet der Experte.

Spätestens beim Ausfüllen des Antrags geht dann aber oft gar nichts mehr. Selbst scheinbar banale Angaben, wie etwa die Anzahl der Mitarbeiter, erfordern echte Gehirnakrobatik, weil man dazu die Fallstricke der EU-Definitionen kennen muss. Volker Burkhard jedenfalls hat den Kampf durch den Formulardschungel schon bald entnervt aufgegeben. „Es wurden Angaben gefordert, die ich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht liefern konnte. Der Businessplan, den wir für die Banken erstellt hatten, reichte nicht aus“, erzählt er. „Außerdem dauerte alles viel zu lange, ich konnte nicht mehr warten.“ Das Ergebnis: Volker Burkhard hat seine drei Millionen teure grüne Wäscherei komplett selbst finanziert. „Ich brauchte meine Energie für andere Dinge“, sagt er.

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Haupthindernis auf dem Weg zum Erfolg ist die richtige Darstellung des eigenen Vorhabens. „Jedes Förderprogramm hat spezifische Bedingungen. Man muss wissen, welche Aspekte dem jeweiligen Geldgeber besonders wichtig sind, um ein Vorhaben optimal zu präsentieren“, so Experte Lodde. Ohne qualifizierten, und – ganz wichtig – auf das Thema Umweltförderung spezialisierten Förderberater geht deshalb kaum etwas. Außerdem vergeht oft viel Zeit bis zur Entscheidung. „Sobald die Idee da ist, sollte man sich über Fördermittel Gedanken machen“, erklärt Markus Lodde. „Wenn man erst die technische Seite löst, und dann über die Finanzierung nachdenkt, ist es schwieriger.“ Das liegt auch daran, dass sich das Projekt selbst durch die Auseinandersetzung mit den Fördervorgaben häufig noch weiterentwickelt.

Wo Unternehmer Rat und Förderung erhalten:

www.efanrw.de

Website der Effizienz – Agentur NRW. Fachliche Beratung, Förderberatung und Projektbegleitung zum Thema Ressourceneffizienz. Mehrere Regionalbüros in NRW, außerdem bundesweit vernetzt.

www.pius-info.de

Allgemeine Infos zum Thema Produktionsintegrierter Umweltschutz (PIUS). Praxisbeispiele, Ansprechpartner (bundesweite Kooperationspartner), Beratersuche.

www.bmu.de

„Ökologische Industriepolitik“ -und „Förderprogramme“ anklicken: Förderprogramme des Bundesumweltministeriums: Projektbeispiele, Infobroschüre, weiterführende Infos zur Förderung von Projekten im In- und Ausland, umfangreicher Downloadbereich.

www.kfw-foerderbank.de

„Umweltschutz“ anklicken: Infos zu den über die KfW finanzierbaren Programmen, interaktiver „Förderberater“ zur Suche des passenden Programms, Checklisten, Finanzierungsbeispiele, aktuelle Konditionen, Informationen zur Antragstellung.

www.foerderdatenbank.de

Ständig aktualisierte Datenbank zur Suche nach passenden Förderprogrammen.

www.bmu.de/files/pdfs

Förderkriterien des Bundesumweltministeriums in der Förderrichtlinie vom 04. Februar 1997.

www.materialeffizienz.de

Internetauftritt der Deutschen Materialeffizienzagentur, Allgemeine Infos zum Thema sowie über verschiedenen Förderprogramme zur Verbesserung der Materialeffizienz.

www.baumev.de

Website des Bundesdeutschen Arbeitskreises für Umweltbewusstes Management, Infos über das Betriebliche Energie-Effizienz-Programm (B.E.E.), ein Qualifizierungs- und Coachingprogramm für den Mittelstand zum Thema Energieeinsparung und Energieeffizienz.

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