Unternehmen Früherer Knauf-Geschäftsführer wegen Bestechung angeklagt

Die Staatsanwaltschaft Würzburg hat einen ehemaligen Geschäftsführer des Baustoffherstellers Knauf wegen Bestechung angeklagt. Beim Kauf eines Staatsbetriebs in Algerien sollen Schmiergelder geflossen sein.

Auf mehr als 600.000 Euro beziffert die Würzburger Staatsanwaltschaft die möglicherweise geflossene Summe an Bestechungsgeldern. Außer dem früheren Geschäftsführer von Knauf steht offenbar auch ein weiterer ehemaliger Angestellter im Fokus der Ermittlungen. Ihm wird Beihilfe vorgeworfen.

Das Unternehmen wollte sich am Donnerstag nicht zu dem schwebenden Verfahren äußern. Der Vertreter des Hauptangeklagten, der Anwalt Martin Reitmaier, verwies darauf, dass die Anklage vom Landgericht Würzburg noch nicht zugelassen sei. „Wir werden anstreben, die Zulassung zu vermeiden und ohne Prozess zu einer Einigung zu kommen“, sagte er.

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Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft Würzburg hatte Knauf in den Jahren 2006 bis 2010 für mehrere Millionen Euro eine Firma aus dem Besitz eines algerischen Staatsbetriebs gekauft. Im Vorfeld sollen 450 000 US-Dollar (etwa 340 000 Euro) an einen leitenden Mitarbeiter des Staatsbetriebs geflossen sein, um eine öffentliche Ausschreibung zu verhindern und einen günstigen Kaufpreis zu erreichen. Später sollen den Ermittlungen zufolge weitere 300 000 Euro geflossen sein.

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