Unternehmen Halt mal Maß!

Jeden Monat stellt impulse ein Produkt im Detail vor. Wer liefert was, wer arbeitet wie mit wem? Im September fängt das Oktoberfest an – Anlass, einen Krug zu zeigen, in den ein Liter passt.

Krug

Stölzle Oberglas Köflach, Österreich. 1500 Mitarbeiter hat der Glashersteller, der jedes Jahr für das Münchner Oktoberfest Millionen Maß­krüge produziert, bis 2006 in Österreich, seitdem im polnischen Czestochowa. Dort laufen 50 000 täglich vom Band. Jeder wiegt 1,25 Kilogramm. Stölzle, 1805 gegründet, macht auch Verpackungsglas für Jäger-
meister. Umsatz 2011: 200 Mio. Euro.

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Weissglaswanne

Sorg Lohr am Main. Eine Gasflamme und Strom schmelzen in der Glaswanne die ­Ausgangsstoffe. Bis zu 1500 Grad wird die Schmelze heiß, bis das Glas so zähflüssig ist wie Honig. Dann fließt es in die Arbeitswanne, von dort in die Produktionsanlage, die sogenannte IS-Maschine. Sorg, 1872 gegründet und in Familienhand, beschäftigt 330 Mitarbeiter, beliefert Glashersteller in mehr als 65 Ländern mit Schmelzöfen und -wannen.

IS-Maschine

Bottero Cuneo, Italien. Acht Maßkrüge können gleichzeitig auf der IS-Maschine von Bottero hergestellt werden. Zuerst schneidet sie Glastropfen von der Schmelzmasse ab. Die fallen in Vorformen und werden ­
1,5 Sekunden grob mit Luftdruck in Form geblasen. Bottero ist auf Maschinen für die Glasindustrie spezialisiert.

Fertigungsform

Omco GMA Köflach, Österreich. In der Fertigform aus Gusseisen bekommt der Krug den Feinschliff. Das dauert zehn Sekunden. Die Form hat kreisrunde Vertiefungen. In die wird das Glas mit ein bis zwei Bar Luftdruck geblasen, bekommt so das Muster. Der Druck muss das flüssige Glas gleichmäßig verteilen. Ist es zu flüssig oder der Luftdruck zu groß, wird die Glaswand brüchig.

Kühlofen

Pennekamp Eneppetal. Stölzle benutzt ­
einen Kühlofen von Pennekamp. Darin
werden die Krüge drei Stunden lang her­-
un­tergekühlt. Bevor sie hineinkommen,
wird er auf 600 Grad erwärmt, damit sich
das Glas entspannt. Denn es ist während
der Produk­tion stark abgekühlt und steht
unter Spannung. Pennekamp, 85 Mitarbeiter, baut seit 1945 Öfen für die Glasindustrie.

Aufdruck

Franz Herb Puchheim. Das Paulaner-Logo kommt in Puchheim bei München aufs Glas, mittels Siebdruck. Zwei Stunden
und 50 Minuten fahren die Krüge durch einen 25 Meter langen Brennofen. Auch der ist von Pennekamp. Bei 630 Grad verketten sich Glas und Farben. Die mischt Herb aus Pigmenten, die von Firmen
wie BASF kommen. Herb arbeitet für
600 Braue­reien und Sprudelfirmen.

Bier

Paulaner München. Das Oktoberfest-Bier hat 13,7 Prozent Stammwürze und sechs Prozent Alkohol, also einiges mehr als ein Paulaner Hell. Sieben Millionen Maß Bier schenkten alle Brauereien 2011 auf der Wiesn aus. Eigene Absatzzahlen gibt Paulaner nicht bekannt, wegen der Konkurrenz von Hofbräu oder Löwenbräu. Unter der Marke Paulaner setzt die 1634 gegründete Brauerei jährlich mehr als zwei Millionen Hektoliter Bier ab.

Aus dem MagazinDieser Beitrag stammt aus impulse-Ausgabe 09/2012.

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