Management Hauptstadtflughafen-Chef Mehdorn: Werde nie zurücktreten

Seit Frühjahr 2013 Chef des Berliner Hauptstadtflughafens: Hartmut Mehdorn

Seit Frühjahr 2013 Chef des Berliner Hauptstadtflughafens: Hartmut Mehdorn© Günter Wicker/Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Nach einem Jahr auf der Baustelle des neuen Hauptstadtflughafens und viel Kritik stellt Mehdorn klar: Er wird nie hinwerfen. Seinem Aufsichtsrat widerspricht er - und er nimmt explizit Abschied von einer seiner Lieblingsideen.

Nach einem Jahr auf der Baustelle des neuen Hauptstadtflughafens BER hat Hartmut Mehdorn sich entschlossen gezeigt, das Projekt zu Ende zu führen. Auf die Frage nach einem möglichen Rücktritt antwortete der 71-Jährige am Dienstagabend im RBB: „Die Frage überspringen wir, weil das nie stattfindet.“

Der frühere Bahnchef bekannte, dass es noch große Herausforderungen gebe. „Wir müssen da quasi eine völlig neue Entrauchung und Entlüftung einbauen, in einem fertig gebauten Gebäude“, sagte er. „Wir kommen voran, Schritt für Schritt, an vielen Stellen nicht so schnell wie wir das wollen.“

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Einen Eröffnungstermin für den drittgrößten deutschen Flughafen wolle er „demnächst“ nennen, kündigte Mehdorn an. Zuletzt hatte er gewarnt, der Start könne sich bis 2016 hinziehen. Er widersprach dem Vorwurf, die Kosten für den Bau liefen aus dem Ruder. „Die Kosten des BER sind nicht explodiert.“ Der Flughafen sei heute doppelt so groß wie ursprünglich geplant. Auch die Kosten hatten sich seit Baubeginn verdoppelt.

Kosten über 5 Milliarden Euro

Je länger es bis zum Start dauert, desto wahrscheinlicher dürften die bis Herbst 2012 bereitgestellten 4,3 Milliarden Euro nicht reichen. Mehdorn hatte kürzlich von Kosten über 5 Milliarden Euro gesprochen. Diese Summe nannte er auch am Dienstag, brachte sie aber in Zusammenhang mit einer Passagierkapazität von 45 Millionen pro Jahr.

BER im Sommer 2013.

BER im Sommer 2013.© Günter Wicker/Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Aktuell ist der neue Flughafen für 27 Millionen ausgelegt. Für 2016 rechnet Mehdorn mit mehr als 30 Millionen Passagieren in Berlin, 2020 mit 35 Millionen. „Das Wachstum ist phantastisch.“

In einem Mitarbeiterbrief machte Mehdorn am Dienstag deutlich, dass das laufende Geschäft an den Flughäfen Tegel und Schönefeld 2013 wieder einen Gewinn gebracht habe. „In diesem Kerngeschäft sind wir kerngesund.“ Es ist jedoch zu erwarten, dass die Aufwendungen für den neuen Flughafen die staatliche Betreibergesellschaft unterm Strich auch 2013 ins Minus gedrückt haben. Einen Termin für die Bilanzvorlage gibt es noch nicht.

„Hier wird nichts vermasselt“

Mehdorn beteuerte, auf der Baustelle sehr bewusst mit dem Steuergeld umzugehen. „Hier wird nichts vermasselt, nichts verschleudert.“ Den Anwohnern in den rund 25.000 berechtigten Haushalten versprach der Flughafenchef: „Bis der Flughafen ans Netz geht, werden wir alle mit Schallschutz versorgt haben.“

Beim Antritt vor einem Jahr hatte Mehdorn gefordert, den Flughafen Tegel nach dem Start des neuen Hauptstadtflughafens für Geschäfts- und Charterflieger offen zu halten. Angesichts großen Widerstands spricht Mehdorn davon aber seit Monaten nicht mehr. Jetzt stellte er zu Tegel klar: „Dass er geschlossen wird, sechs Monate später.“

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