Unternehmen Hunderte FR-Mitarbeiter bekommen Transfer-Angebote

Nach langem Hoffen wird es bitter für viele Mitarbeiter der "Frankfurter Rundschau": Keiner der beiden möglichen Investoren plant mit ihnen. Die meisten Beschäftigten haben ein Transferangebot erhalten.

Die Insolvenzverwaltung der „Frankfurter Rundschau“ hat den meisten Mitarbeitern der traditionsreichen Zeitung den Wechsel in eine Transfergesellschaft angeboten. Sie würden nach derzeitigem Stand der Angebote von keinem der möglichen Investoren übernommen, hieß es am Donnerstag. Wenige Tage, bevor die Gläubiger ihre vereinbarte Finanzierung beenden, werden damit erste Klarheiten geschaffen.

Betroffen sind laut FR-Betriebsrat nicht nur 337 Mitarbeiter in Druckerei und Verlag, sondern weitere 60 bis 70 Beschäftigte aus den Tochtergesellschaften. Bislang würden lediglich 28 Mitarbeiter aus der Redaktion von einem der beiden möglichen Investoren, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) übernommen, sagte Betriebsrat Marcel Bathis auf Anfrage weiter. Die Kündigungen sollen am kommenden Montag zugestellt werden.

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Die Zukunft des linksliberalen Traditionsblattes muss sich nach Angaben von Insolvenzverwalter Frank Schmitt bis Ende des Monats entscheiden. Sein Sprecher Ingo Schorlemmer hatte zuletzt mitgeteilt, die Gläubiger könnten sich sehr wahrscheinlich nicht auf eine Verlängerung der befristeten Finanzierung einlassen.

Über eine FR-Übernahme muss auch das Kartellamt entscheiden, das die Angebote der Investoren prüft. Die FAZ hat an der FR-Druckerei in Neu-Isenburg kein Interesse. Der türkische Verleger Burak Akbay würde dagegen nach eigenen Angaben 110 Mitarbeiter behalten, 80 davon im Verlag und 30 in der Druckerei. Nach Angaben aus Redaktionskreisen ist sein Angebot allerdings ebensowenig ausreichend wie die Art der Kaufpreisfinanzierung.

Die „Frankfurter Rundschau“ hatte im November angesichts hoher Verluste Insolvenz angemeldet. Hauptgesellschafter sind die Kölner Mediengruppe M. DuMont Schauberg und die SPD-Medienholding DDVG.

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