Unternehmen Ifo-Index steigt leicht – „Konjunktur auf Kurs“

Containerschiffe im Hamburger Hafen

Containerschiffe im Hamburger Hafen© HHLA

Rauf, runter und wieder rauf: Der Ifo-Index wirkt 2013 bisher etwas unentschlossen. Doch unter dem Strich verheißt das Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft zur Jahresmitte vor allem Zuversicht. Die Unternehmen tanken Kraft.

Die deutsche Wirtschaft blickt voller Zuversicht auf die zweite Jahreshälfte. Die Stimmung in den Chefetagen der Unternehmen hat im Juni erneut zulegt, vor allem wegen der großen Erwartungen, die die Firmen mit ihrem Exportgeschäft verbinden. Das ließ den Ifo-Geschäftsklimaindex den zweiten Monat in Folge steigen, wie das Ifo-Institut am Montag mitteilte. Das Plus von 105,7 auf 105,9 Punkte nimmt sich zwar überschaubar aus, Fachleute hatten allerdings nicht mit einem Anstieg gerechnet – und sind von der deutschen Wirtschaft wieder einmal positiv überrascht.

„Das sieht eigentlich sehr gut aus“, sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Wohlrabe in München. Seit langem liege der Index nun über seinem langjährigen Durchschnitt. Dieser beträgt 101,1 Punkte – ein Wert, den das wichtigste Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft zuletzt im Oktober 2012 unterboten hatte. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres liegt der Schnitt bei 105,7 Punkten. „Wir bewegen uns auf einem wirklich hohen Niveau“, sagte Wohlrabe. Fachleute hatten erwartet, dass die Stimmung der Wirtschaft zur Jahresmitte auf der Stelle treten würde. Im Mai war der Index überraschend gestiegen.

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Zwar bewerteten die Unternehmen ihre Lage etwas weniger positiv als im Mai. „Mit Blick auf den zukünftigen Geschäftsverlauf nimmt der Optimismus aber weiter zu. Die deutsche Konjunktur hält Kurs“, sagte Ifo-Konjunkturchef Kai Carstensen. Vor allem die Erwartungen an den Export hätten sich deutlich verbessert. Das habe den Index getrieben, sagte Wohlrabe. Das sei für viele Unternehmen eine wichtige Botschaft: „Denn wenn der Export läuft, geht es meist auch der gesamten Wirtschaft gut.“ Insgesamt verstetige sich der seit längerem anhaltende Optimismus in der Führung vieler Firmen.

Volkswirte sehen weiterhin große Risiken für die Weltwirtschaft

„Deutschland steht weiter besser da als der Rest des Euroraums“, sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Dennoch bleibt Krämer vorsichtig, zu groß seien die Risiken, die weiterhin für die Weltwirtschaft bestehen. „Denn die anderen Frühindikatoren zeigen nicht so klar nach oben. Die Aussichten sind weniger rosig, als es das Ifo-Geschäftsklima nahelegt.“ Auch Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe tritt ein wenig auf die Euphoriebremse. „Von einer echten Stimmungsaufhellung kann mit Blick auf das heutige Ergebnis kaum gesprochen werden.“ Zwar stehe das Wachstumssignal auf grün. „Offen ist, wie schnell die Wachstumslokomotive fahren wird.“

Der Ifo-Index war im Februar auf sein bisheriges Jahreshoch von 107,4 Punkten geklettert. Im März und April hatte der Wert dann zweimal in Folge Punkte eingebüßt. Erst nach drei Veränderungen in eine Richtung sprechen Volkswirte von einer möglichen Trendwende. Der Ifo-Index wird monatlich durch die Befragung von rund 7000 Unternehmen ermittelt. Wegen seiner langen Zeitreihe gilt er als der wichtigste Indikator für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft.

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