Unternehmen Industrie stoppt Einführung von Biosprit

Angesichts eines Käuferstreiks unterbricht die Mineralölwirtschaft die Einführung des Kraftstoffs E10. Ein brisanter Schritt, denn die Branche ist gesetzlich dazu verpflichtet das neue Benzin anzubieten. Doch die Kunden tanken lieber Super Plus, das langsam knapp wird.

Nach den massiven Absatzproblemen mit dem neuen Biosprit E10 wird die weitere bundesweite Einführung vorläufig gestoppt. Das sagte der Hauptgeschäftsführer des Minerölwirtschaftsverbandes (MWV), Klaus Picard der Nachrichtenagentur dpa. „Das System platzt sonst“, sagte er mit Blick auf Versorgungsengpässe bei anderen Benzinsorten, die wegen des Käuferstreiks bei Ethanolsprit verstärkt getankt werden.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur dapd aus der Branche haben 60 bis 70 Prozent der Autofahrer es abgelehnt, die neue Spritsorte zu tanken. Stattdessen sind sie auf das deutlich teurere Super Plus ausgewichen. „Wir setzen alles daran, die Kunden zu informieren“, sagte Picard.

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Die Verwirrung um den Sprit mit zehn Prozent Bio-Ethanol-Anteil beschert der Branche derzeit ein großes Problem: Eigentlich könnten 90 Prozent aller Benziner E10 tanken, doch nur ein Bruchteil der Autofahrer macht es. Die meisten meiden das neue Produkt und nutzen die verbleibende Alternativen – das ist vor allem Super Plus mit 98 Oktan. Die Folge: Die Raffinerien und Tankstellen bleiben auf dem neuen Treibstoff sitzen, und das begehrte Super Plus wird vielerorts knapp. Zudem können viele Raffinerien ihre vollen E10-Tanks nicht leeren.

Bisher wurde E10 bei knapp der Hälfte der bundesweit 15.000 Tankstellen eingeführt – vor allem im Osten und Süden des Landes. Nach den Angaben von Picard solle zunächst abgewartet werden, ob die Verbraucher den Sprit in den kommenden Tagen annehmen.
Erst dann könne der Biosprit in den restlichen Regionen Deutschlands eingeführt werden.

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