Unternehmen Insolvente Baumarkt-Kette: Globus übernimmt acht Max Bahr-Standorte

Max-Bahr-Baumarkt: Die Krise des Praktiker-Konzerns hatte auch das Tochterunternehmen erfasst.

Max-Bahr-Baumarkt: Die Krise des Praktiker-Konzerns hatte auch das Tochterunternehmen erfasst.© Max Bahr

Die Handelskette Globus will an acht bisherigen Standorten von Max Bahr neue Baumärkte eröffnen. Die rund 400 Mitarbeiter von Max Bahr werden aber zunächst nicht übernommen.

Die Handelskette Globus will an acht bisherigen Max-Bahr-Standorten neue Baumärkte eröffnen. Die Immobilien sollen zum 1. März 2014 übernommen werden, wie das Unternehmen am Mittwoch im saarländischen St. Wendel mitteilte.

Die Filialen befinden sich in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt. Konkret geht es um die Standorte in Oldenburg, Göttingen, Salzgitter, Wolfsburg, Braunschweig, Oststeinbek, Magdeburg und Dessau.

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Max-Bahr-Mitarbeiter werden nicht übernommen

Die Filialen sollen ab Frühjahr 2014 auf das Baumarktkonzept von Globus umgestellt und voraussichtlich im Herbst 2014 wiedereröffnet werden. Das Kartellamt muss noch zustimmen. Die rund 400 in den Märkten beschäftigten Mitarbeiter werden zunächst nicht übernommen. In der Umbauphase gebe es keine Arbeit für sie, sagte eine Globus-Unternehmenssprecherin. Sie hätten aber gute Chancen auf eine Neueinstellung.

Globus zählt mit einem Umsatz von knapp 6,7 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2012/13 zu den größten familiengeführten Einzelhandelskonzernen in Deutschland. Die Gruppe hatte eine größere Paket-Lösung für 66 Märkte angestrebt, diese war aber letztlich gescheitert.

Zuvor hatten bereits die Mannheimer Baumarktkette Bauhaus sowie die Hagebau-Gruppe Standorte von Max Bahr übernommen. Die Waren in den Märkten der insolventen Kette werden derzeit ausverkauft.

Verhandlungen über die Übernahme von Praktiker-Märkten

Für die Beschäftigten ist zudem eine Transfergesellschaft auf den Weg gebracht worden. Nachdem die Finanzierung steht, wird nach Angaben des Max-Bahr-Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Uli Kruse derzeit über deren Ausgestaltung verhandelt. Ziel sei es, dass die Mitarbeiter mindestens 75 Prozent ihrer bisherigen Bezüge erhalten, sagte Kruse. Geklärt werde auch die Laufzeit.

Derzeit laufen auch noch Verhandlungen über die Übernahme von ehemaligen Märkten des Mutterkonzerns Praktiker mit anderen Baumarktbetreibern. Globus hat Berichten zufolge unter anderem Interesse an den früheren Praktiker-Märkten in Saarbrücken sowie im saarländischen Neunkirchen. Letzterer wurde noch in der Insolvenzphase zu einer Max-Bahr-Filiale umgestaltet.

Praktiker war im Juli dieses Jahres zahlungsunfähig geworden. Das Unternehmen mit einstmals mehr als 300 Märkten mit rund 15.000 Beschäftigten riss auch das Tochterunternehmen Max Bahr mit in die Insolvenz. Alle Bemühungen der Insolvenzverwalter, größere Teile des Konzerns komplett zu veräußern, blieben erfolglos.

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