Unternehmen Insolventer Leuchtenhersteller Hess gründet neue Gesellschaft

Der Standort des Leuchtenherstellers Hess in Villingen-Schwenningen

Der Standort des Leuchtenherstellers Hess in Villingen-Schwenningen© Hess AG

Der insolvente Leuchtenfabrikant Hess will sich mit einer neuen Form ins rechte Licht rücken: Eine neu gegründete Gesellschaft soll es Kunden erleichtern, mit dem Schwarzwälder Unternehmen Geschäfte zu machen. Die Mitarbeiter müssen allerdings weiter um ihre Jobs bangen.

 

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Der insolvente Leuchtenhersteller Hess will mit der Gründung einer neuen Gesellschaft das Tagesgeschäft mit Kunden erleichtern. „Insbesondere kommunale Kunden tun sich schwer, bei einem Unternehmen zu bestellen, welches sich in einem Insolvenzverfahren befindet“, erklärte Insolvenzverwalter Volker Grub am Montag in einer Mitteilung des Unternehmens mit Sitz in Villingen-Schwenningen.

Kommunale Unternehmen dürften gemäß ihrer Geschäftsbedingungen häufig keine Verträge mit insolventen Unternehmen abschließen, sagte ein Hess-Sprecher. Das werde durch die neu gegründete Gesellschaft Hess GmbH Licht + Form umgangen. „Durch die GmbH erhalten unsere Kunden einen gesellschaftsrechtlich neuen Partner“, erklärte Hess-Vorstand Andreas Budde, der zugleich Geschäftsführer der neuen Gesellschaft ist.  Der Schwarzwälder Hersteller bündelt darin zunächst alle Vertriebsaktivitäten. Die operativen Bereiche sollen schrittweise dazukommen.

Hess hatte im Januar Insolvenz angemeldet. Zuvor waren die beiden Vorstände Christoph Hess und Peter Ziegler entlassen worden. Ihnen wird vorgeworfen, vor dem Börsengang des Unternehmens im vergangenen Oktober Bilanzen für die Jahre 2011 und 2012 gefälscht zu haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen sie sowie weitere Verdächtige.

Restrukturierungskonzept

Hess hatte bereits vor einem Monat ein Restrukturierungskonzept vorgestellt. Demnach soll das Produktportfolio verkleinert werden und sich der Vertrieb auf bestimmte Kernmärkte konzentrieren. Ein Sprecher sagte am Montag, die bisher weltweite Aufstellung des Leuchtenfabrikanten solle im Zuge dessen reduziert werden. Künftig liege der Fokus auf Europa und den USA.

Offen ist indes die Zukunft des Standortes Löbau bei Dresden mit knapp 100 Mitarbeitern. Ob und wie das Werk weitergeführt werde, entscheide sich voraussichtlich im Juni oder Juli, sagte der Sprecher. Ziel sei zwar die Fortführung Löbaus – ob das gelinge, sei aber offen. Der Standort Villingen soll erhalten bleiben. Hess hatte bereits angekündigt, die Zahl der dortigen Mitarbeiter um 20 auf rund 140 zu verkleinern.

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