Unternehmen Insolvenzverwalter sieht Chancen für Hess

Mitte Januar musste der Leuchtenhersteller Hess Insolvenz anmelden. Doch es gibt Chancen für eine Rettung, sagt der Insolvenzverwalter. Die Vorwürfe des Bilanzbetrugs sieht er indes als bestätigt an.

Der Insolvenzverwalter des Schwarzwälder Leuchtenherstellers Hess sieht Chancen für eine Rettung des Unternehmens. Details werde er Anfang Mai bekanntgeben, bestätigte Volker Grub am Donnerstag einen Bericht des „Südkurier“.

Ziel sei es, das Unternehmen mit seinen beiden Standorten Villingen-Schwenningen und Löbau bei Dresden als eine Einheit zu verkaufen. Es gebe dafür derzeit rund 30 Interessenten. Es liefen Verhandlungen. Einzelheiten wollte Grub nicht nennen. Ein erstes Tochterunternehmen hatte Hess bereits Mitte März verkauft.

Anzeige

Hess hatte Mitte Januar Insolvenz angemeldet. Zuvor waren die beiden Vorstände Christoph Hess und Peter Ziegler entlassen worden. Ihnen wird vorgeworfen, vor dem Börsengang des Unternehmens im vergangenen Oktober Bilanzen gefälscht zu haben. Staatsanwälte ermitteln gegen sie sowie gegen weitere Verdächtige.

Grub sieht die Vorwürfe als bestätigt an. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und interne Untersuchungen hätten gezeigt, dass es in dem Unternehmen Scheingeschäfte in größerem Umfang gegeben habe. Die beschuldigten Ex-Vorstände Hess und Ziegler haben die Vorwürfe in den vergangenen Wochen mehrfach bestritten.

Ein vom Aufsichtsrat in Auftrag gegebenes Gutachten hatte deutliche Fehler in den Jahresabschlüssen für 2011 und 2012 zutage gefördert. Danach wird für 2012 ein Verlust von mindestens 15 Millionen Euro erwartet.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...