Unternehmen Joboffensive im Mittelstand

Kleine und mittlere Firmen wollen hierzulande 150.000 Jobs schaffen. Allein in Ostdeutschland sollen 30.000 Arbeitsplätze entstehen. Das ergab eine Umfrage des DIHK. Größte Sorgen der befragten Unternehmen sind der Fachkräftemangel und die steigenden Stromkosten.

Kleine und mittlere Unternehmen wollen in diesem Jahr bundesweit 150.000 Jobs schaffen. Allein in Ostdeutschland sollen 30.000 Arbeitsplätze entstehen, wie aus dem Mittelstandsreport des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) hervorgeht. Der DIHK hatte von August bis September 25.000 Unternehmen zu ihrer wirtschaftlichen Lage befragt.

Sorgen bereiten dem Mittelstand nach wie vor der Fachkräftemangel und die steigenden Strompreise. Für zahlreiche Unternehmen seien die Strompreise zum 1. Januar im zweistelligen Bereich gestiegen, sagte der DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann. Die Weitergabe der Kosten sei aber in vielen Branchen nicht möglich. „Auf jeden Fall dämpfen die Preisanstiege die Beschäftigungsentwicklung in 2013.“

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Besonders in der energieintensiven Chemieindustrie (75 Prozent) und in der von weltweiten Ernteschwierigkeiten betroffenen Lebensmittelindustrie (90 Prozent) schlagen sich die Energie- und Rohstoffpreise negativ auf die Geschäfte der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) nieder. Auch die Hersteller von Glas und Keramik (77 Prozent) und die Metallerzeuger (66 Prozent)
zählen zum Kreis der besonders betroffenen Branchen. Insgesamt sehen deutlich mehr Mittelständler als
Großunternehmen (Betriebe mit über 1.000 Mitarbeitern) in den Energie- und Rohstoffpreisen ein Risiko.

DIHK-Präsident Driftmann wies zugleich Kritik an den umstrittenen Ausnahmeregelungen für stromintensive Unternehmen bei den Kosten für Ökostrom und Netzentgelte zurück. Viele energieintensive Betriebe stünden im internationalen Wettbewerb und wären ohne Sonderregelungen in Deutschland nicht überlebensfähig. „Wenn wir auf die internationalen Strompreise schauen, dann ist Deutschland immer mit an der Spitze“, unterstrich der DIHK-Chef.

Die Sonderregelungen waren in den vergangenen Monaten auch deshalb in die Kritik geraten, weil immer mehr Unternehmen in den Genuss der Ausnahmeregelungen kamen. Die Bundesregierung habe ausgerechnet die Unternehmen zur Gewinnlern der Energiewende gemacht, die viel Strom verbrauchten, hatte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
BUND vor wenigen Tagen kritisiert.

Die Kosten hierfür müssen vor allem die Endverbraucher tragen und Unternehmen, die die höheren Strompreise nicht an ihre Kunden weiterreichen können. Wegen des kräftigen Aufschlags für die Förderung des Stroms aus erneuerbaren Energien (EEG-Umlage) und wegen höherer Netzentgelte erhöhten zum Jahresanfang mehr als 750 Versorger in Deutschland die Strompreise – im Schnitt um rund 12 Prozent.

Mit dpa

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