Unternehmen Joop steigt bei Schiesser ein

Die traditionsreiche Unterwäschefirma kämpft ums Überleben. Helfen soll ihr dabei künftig der Potsdamer Designer Wolfgang Joop - und der Gang an die Börse.

Die Zukunft der insolventen Unterwäschefirma Schiesser ist vorerst gesichert. Der Gläubigerausschuss stimmte für eine Zusammenarbeit mit Wolfgang Joop und den Börsengang des Unternehmens. Der Modeschöpfer werde Schiesser künftig bei Marketing und Design beraten. Weitere Details wurden zunächst nicht bekannt.

Bisher hieß es, Joop wolle möglicherweise einen Minderheitsanteil kaufen. Ein Sprecher von Insolvenzverwalter Volker Grub wollte sich dazu nicht konkret äußern. Weitere Details würden erst bekannt gegeben, sobald die Planung abgeschlossen sei. Auch zum Zeitpunkt des Börsenganges sagt er nichts.

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„Ich freue mich über die Entscheidung des Gläubigerausschusses und darauf, meine Erfahrung in der Modebranche und als Unternehmer bei Schiesser einzubringen“, sagte Joop. „Schiesser verfügt über eine großartige Belegschaft und eine starke Marke – zwei entscheidende Faktoren um weiter profitabel zu wachsen.“

Neben Joop hatten laut Insolvenzverwalter zwei weitere Investoren Angebote vorgelegt, die auf die komplette Übernahme zielten. Die Angebote fielen jedoch durch. „Wolfgang Joop wird wesentlich dazu beitragen, die Marke Schiesser in ihrer Attraktivität zu stärken und zu profilieren“ sagte Grub.

Der 1875 gegründete Produzent von Unter-, Nacht- und Sportwäsche Schiesser musste im Februar 2009 Insolvenz anmelden, weil ein Schuldenberg von rund 80 Millionen Euro aufgelaufen war. Drei Monate später wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Die finanzielle
Schieflage war vor allem durch unrentable Lizenzfertigung für Marken wie Puma oder Tommy Hilfiger entstanden. Inzwischen ist Schiesser aus den meisten dieser Lizenzverträge ausgestiegen und hat seine Belegschaft deutlich verkleinert.

(Mit Agenturen)

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