Unternehmen Karriere-Netzwerk Xing beschleunigt Wachstum

Das Karriere-Netzwerk Xing sieht für sich Vorteile durch die jüngsten Enthüllungen zur US-Überwachung im Internet - immerhin arbeitet das Unternehmen nach deutschem Datenschutzrecht. Der Gewinn schnellte im zweiten Quartal nach oben.

Das zur Mediengruppe Burda gehörende Karriere-Netzwerk Xing will das Geschäft mit Unternehmen weiter vorantreiben. Der Ende 2012 gestartete „Xing-Talentmanager“ für Personaldienstleistungen habe sich besser verkauft als erhofft und solle auch künftig ein Wachstumstreiber sein, teilte das im TecDax notierte Unternehmen am Dienstag in Hamburg mit.

Nach zuletzt vergleichsweise verhaltenem Wachstum kletterten die Erlöse im zweiten Quartal wieder etwas schneller. Der Konzernumsatz legte um 15 Prozent auf 20,9 Millionen Euro zu. Der Überschuss stieg um 30 Prozent auf 2,7 Millionen Euro. Die Zahl der Mitglieder im deutschsprachigen Raum stieg um 211 000 auf mehr als 6,5 Millionen gestiegen – davon nutzen 801 000 (ein Plus von 15 000) kostenpflichtige Angebote.

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Xing-Chef Thomas Vollmoeller sieht einen Vorteil für Xing durch die jüngsten Enthüllungen über das Ausmaß der US-Überwachung bei amerikanischen Internet-Unternehmen: „In der aktuellen Situation hilft uns die Tatsache natürlich, dass wir nach deutschem Datenschutz arbeiten und unseren Traffic SSL-verschlüsseln.“ Ein europäisches Netzwerk wäre grundsätzlich interessant, es sei aber nicht einfach, es aufzubauen oder zusammenzukaufen. „Wir konzentrieren uns darauf, unsere Position im deutschsprachigen Raum weiter zu festigen. Natürlich schauen wir uns aber immer nach Gelegenheiten um und schließen auch nicht aus, irgendwann einmal auch Internationalisierungs-Schritte zu gehen“, sagte Vollmoeller.

Neues Layout für alle Nutzer

Xing hatte jüngst seine Website auf ein neues Design umgestellt, das inzwischen für alle Nutzer eingeführt wurde. Das Layout mit einem neuen „Portfolio“-Bereich für Inhalte wie Bilder oder andere digitale Dateien sei „extrem gut“ angenommen worden, sagte Vollmoeller. „Aber natürlich gibt es immer einzelne Beschwerden von Mitgliedern, die es vorher schöner fanden.“ Der größere US-Rivale LinkedIn bietet seit einigen Tagen ebenfalls einen Portfolio-Bereich an. „Ich gehe mal davon aus, dass unser Wettbewerber an ähnlichen Überlegungen dran ist wie wir“, sagte Vollmoeller dazu.

Im vierten Quartal werde ein verändertes Premium-Produkt eingeführt, das mehr zahlende Mitglieder anlocken soll, kündigte der Xing-Chef ohne weitere Details an. In dem Geschäft mit kostenpflichtigen Mitgliedschaften „ist die Rakete noch nicht gestartet“, räumte er ein.

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