Unternehmen Koch Kandidat für Bilfinger-Chefposten

Hessens früherer Ministerpräsident ist einer der Kandidaten für den Chefposten bei dem Baukonzern Bilfinger Berger. Das ist aus mehreren Gründen seltsam.

Der Baukonzern Bilfinger Berger, führt Gespräche mit einer Reihe Kandidaten für den Chefposten – seit Mitte September auch mit dem früheren hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU). Das teilte Aufsichtsratschef Bernhard Walter am Dienstag mit, betonte aber zugleich, eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Sie bedürfe zudem der Zustimmung der zuständigen Gremien.

Koch hatte im Mai überraschend seinen Rückzug aus der Politik und einen Wechsel in die Wirtschaft angekündigt. Der heute 52-Jährige war seit 1999 Ministerpräsident Hessens.

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Mehrere Medien hatten bereits in den vergangenen Wochen über Verhandlungen zwischen dem früheren Politiker und dem Baukonzern berichtet. Bisher war die Nachricht aber sowohl vom Unternehmen als auch von Koch dementiert worden.

Bilfinger Berger sucht derzeit einen Nachfolger für den 62-jährigen Vorstandschef Herbert Bodner, dessen Vertrag Mitte nächsten Jahres ausläuft. Verglichen mit dem CDU-Politiker – einem Juristen – ist Bodner vom Fach: Der scheidende Bilfinger-Chef ist studierter Bauingenieur.

Aber noch aus einem anderen Grund ist die Nachricht bemerkenswert: Sie läuft den Gepflogenheiten der Industrie zuwider. Normalerweise lassen sich Unternehmen ungern in die Karten blicken, wenn sie mit Managern verhandeln, und machen entsprechende Informationen auch nicht vor einem Vertragsabschluss öffentlich.

Sollte es bei Bifinger nicht klappen, muss Koch wohl dennoch nicht untätig herumsitzen. Presseinformationen zufolge liegen ihm mehrere Angebote für Spitzenposten bei Banken und anderen Unternehmen vor.

Der CDU-Politiker selbst wollte sich nicht äußern. Von Insidern heißt es, Koch wolle sich aber spätestens im Januar für eines der Angebote entscheiden. Presseberichten zufolge würde er als Bilfinger-Chef 1,5 Mio. Euro im Jahr verdienen. Als Ministerpräsident bekam er nach Angaben der hessischen Staatskanzlei etwa 190.000 Euro im Jahr.

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