Unternehmen Kommunalunternehmen wollen den Grünen Punkt abschaffen

Die Wertstofftonne wird geleert.

Die Wertstofftonne wird geleert. © Thomas Mayer/Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH

Die vom Dualen System Deutschland angekündigte Preiserhöhung bietet dem Verband kommunaler Unternehmen eine willkommene Angriffsfläche: Der Grüne Punkt sei teuer und schlecht für die Ökobilanz. Die Kommunen könnten das besser, sagt Verbandschef Hans-Joachim Reck.

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) plädiert für eine  Abschaffung der Wertstoffsammlung über den  Grünen Punkt. „Allein die Existenz der dualen Systembetreiber kostet den Verbraucher jährlich rund 120 Millionen Euro, ohne dass ein gelber Sack eingesammelt worden ist“, sagte VKU-Chef Hans-Joachim Reck in Freitagsausgabe der „Bild“-Zeitung. „Die Verpackungsentsorgung in Deutschland ist teuer und die ökologische Bilanz ist schlecht“, fügte er hinzu. Dies könnten Kommunen günstiger und besser organisieren.

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) bezweifelt, ob die privatwirtschaftliche Organisation der Verpackungsentsorgung der richtige Weg ist. „Die Kommunen können und wollen in Zukunft die Verantwortung für die Verpackungsentsorgung übernehmen“, hieß es schon Mitte der Woche in einer in Berlin verbreiteten Stellungnahme. Dem System der Verpackungsentsorgung warf der Verband „ökologische und ökonomische“ Ineffizienz vor.

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Das Duale System Deutschland (DSD) war vor 20 Jahren gegründet worden, um der wachsenden Müllberge durch Recycling Herr zu werden. Seitdem organisiert es die Wiederverwertung von Verpackungsmüll wie Joghurtbecher oder Konservendosen. Diese tragen einen grünen Punkt, für dessen Verwendung die Hersteller dem DSD Lizenzgebühren zahlen, die nach Material und Gewicht der Verpackung berechnet werden. Erst am Mittwoch hatte das Unternehmen eine Preiserhöhung um bis zu acht Prozent angekündigt.

Das Unternehmen begründete die Preisanhebung am Mittwoch in Köln mit Kostensteigerungen. Ein Durchschnittswert für die Preissteigerungen wurde zunächst nicht genannt. Von einem Umsatz in der Gruppe von rund 714 Millionen Euro im vergangenen Jahr entfielen bei dem Unternehmen knapp 577 Millionen Euro auf das Kerngeschäft mit Verpackungsrecycling. Das Unternehmen beklagte im Zuge der Ankündigung, dass immer mehr Verpackungen aus der Lizenzierung gezogen würden, die dann aber trotzdem im Gelben Sack oder im Glascontainer landeten. Ausgenommen von der Regelung seien derzeit etwa Verpackungen, die im Laden direkt zurückgegeben werden sollen, hieß es.

1 Kommentar
  • Norbe 7. Dezember 2013 16:51

    Dass die Verpackungsentsorgung in Deutschland teuer und die ökologische Bilanz schlecht ist, sagte VKU-Chef Hans-Joachim Reck der “Bild”-Zeitung.

    Laut Dr. Thomas Rummler, für Abfallwirtschaft zuständiger Ministerialdirigent im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) arbeiten die dualen Systeme in Deutschland effizient und zuverlässig und Verpackungsverordnung hat zu hohen ökologischen Standards bei sinkenden Kosten für den Verbraucher geführt.

    (http://www.recyclingnews.info/Rummler_ueber_Verpackungsverordnung)

    Ob die Kommunen das wirklich besser und kostengünstiger können, wage ich zu bezweifeln. Allein schon durch die mittlerweile sehr effizienten Technologien, die sich die privaten erarbeitet haben und den Erfahrunngen der letzten 20 Jahre.
    Meiner Meinung nach muss die Regierung handeln- Klare Vorgaben, angepasste Quoten, Hertsteller mehr in die Verantwortung nehmen.

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