Management Kompromissloser Manager im Pullover: Fiat-Boss Sergio Marchionne

Auf diesen Tag hat Fiat-Chef Sergio Marchionne vier Jahre lang hingearbeitet: Der italienische Autobauer übernimmt die restlichen Anteile an seiner US-Tochter Chrysler.

Auf diesen Tag hat Fiat-Chef Sergio Marchionne vier Jahre lang hingearbeitet: Der italienische Autobauer übernimmt die restlichen Anteile an seiner US-Tochter Chrysler.© Fiat

Er gilt als knallharter Geschäftsmann: Seit Sergio Marchionne an die Spitze von Fiat gerückt ist, geht es mit dem Konzern aufwärts. Die Fusion mit Chrysler ist das jüngste Kapitel seiner Erfolgsgeschichte.

Von seinen Landsleuten wird Fiat-Chef Sergio Marchionne gleichermaßen geschätzt wie gefürchtet. Die Italiener bewundern ihn für sein Krisenmanagement beim angeschlagenen Turiner Großkonzern in den vergangenen Jahren. Doch seine Kompromisslosigkeit und die teils unkonventionellen Ideen des 61 Jahre alten Managers bereiten den Italienern auch Kopfzerbrechen. Seine Überlebensstrategie für den kriselnden Autobauer hat der Manager knallhart umgesetzt – und sich damit nicht nur Freunde gemacht.

Die nun unter Dach und Fach gebrachte Fusion mit Chrysler ist auch ein Erfolg Marchionnes – vor allem der niedrige Kaufpreis beeindruckt Medien, Gewerkschaften und Analysten in Italien. Die Fusion soll – so hoffen die Italiener – die Zukunft ihres größten Industriekonzerns und damit auch des Wirtschaftsstandorts Italien langfristig sichern.

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Der 1952 in den Abruzzen geborener Marchionne ist Italiener mit kanadischem Pass, er hat in Toronto studiert. Nach mehreren Stationen bei Verpackungsfirmen übernahm der Anwalt und Wirtschaftsprüfer 2004 das Zepter bei Fiat und schlug in den folgenden Jahren einen konsequenten Sanierungskurs ein. Marchionne ist für seine markigen Worte bekannt – und sein unkonventionelles Auftreten: Auch bei geschäftlichen Anlässen trägt er meist Pulllover statt Anzug und hat statt Aktentasche einen Rucksack dabei.

Marchionne führte Fiat zurück in die schwarzen Zahlen

Bei Fiat sanierte der Manager, baute Bürokratie ab, halbierte die Entwicklungszeiten für neue Modelle. Er richtete das gut 100 Jahre alte Unternehmen neu aus und führte es zurück in die schwarzen Zahlen. Vor allem die nun ausgebaute Kooperation mit Chrysler erwies sich bisher als Glücksgriff.

Doch Marchionnes Erfolgshunger scheint noch nicht gestillt. Sein Ziel sei es, Fiat als zweiten Autokonzern nach Toyota – auf Augenhöhe mit Volkswagen zu etablieren – hieß es vor einigen Jahren. Der Weg dahin ist allerdings noch weit.

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