Unternehmen Konjunktur-Indikatoren in den USA signalisieren Erholung

Unternehmen investieren, Immobilienpreise steigen - und die Verbraucher sind zuversichtlich: Konjunkturdaten aus den USA versprechen neuen Schwung.

Die konjunkturellen Indikatoren in den USA haben sich deutlich aufgehellt. Die Stimmung der US-Verbraucher ist nach aktuellen Daten so gut wie seit fünfeinhalb Jahren nicht mehr. Der amerikanische Häusermarkt setzt seinen Erholungskurs fort. Auch die Unternehmen scheinen ihre Zurückhaltung abzulegen und investieren wieder mehr, wie Regierungszahlen vom Dienstag zeigen. Der amerikanische Dollar reagierte mit Kursgewinnen auf die robusten Zahlen.

Der Index zum Verbrauchervertrauen stieg von Mai auf Juni um 7,1 Punkte auf 81,4 Zähler, wie das private Forschungsinstitut Conference Board mitteilte. Zuletzt hatte der Index im Januar 2008 so hoch gelegen. Der Vormonatswert wurde allerdings von 76,2 auf 74,3 Punkte nach unten korrigiert.

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Es war der dritte monatliche Anstieg in Folge. „Die Verbraucher sind wesentlich zuversichtlicher über die Lage im Geschäftsbereich und auf dem Arbeitsmarkt als noch zum Jahresbeginn“, sagte Lynn Franco vom Conference Board. „Dies deutet darauf hin, dass sich das Wirtschaftswachstum wahrscheinlich kurzfristig nicht verlangsamt, sondern vielleicht sogar mäßig anzieht.“ Der private Konsum ist für das Wachstum der weltgrößten Volkswirtschaft sehr wichtig.

Immobilienpreise steigen mit Rekordraten

Die Immobilienpreise steigen mittlerweile mit mehrjährigen Rekordraten, der Markt kommt zusehends in Schwung. Der Case-Shiller-Hauspreisindex, eine vielbeachtete Kennzahl, stieg im April um gut zwölf Prozent zum Vorjahresmonat.

So stark waren die Immobilienpreise zuletzt vor sieben Jahren gestiegen – also noch vor dem scharfen Preiseinbruch, der die amerikanische Immobilienkrise eingeläutet hatte. Jetzt bereits von einer abermaligen Überhitzung am Immobilienmarkt zu sprechen, dürfte dennoch übertrieben sein: Die Häuserpreise liegen immer noch deutlich unter ihrem mehrjährigen Durchschnitt.

Strengere Geldpolitik der Fed

Die neuen Wirtschaftsdaten aus den USA stützen auch den Kurs der amerikanischen Notenbank Fed zu einer strengeren Geldpolitik. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, dürfte dem Plan der Federal Reserve, ihre milliardenschweren Anleihekäufe zurückzuführen, wenig im Wege stehen.

Fed-Chef Ben Bernanke hatte vergangene Woche gesagt, die US-Notenbank werde ihre milliardenschweren Anleihekäufe voraussichtlich noch in diesem Jahr reduzieren und Mitte 2014 komplett einstellen. Allerdings nur dann, wenn die Konjunktur mitspielt. Je robuster amerikanische Konjunkturdaten ausfallen, desto weniger spricht mithin dagegen, dass die Fed ihren Ausstiegsplan überdenken muss.

Der nahende Kurswechsel der Fed hat schon jetzt massive Marktreaktionen hervorgerufen. Investoren reduzieren angesichts der künftig geringeren Geldschwemme ihre Engagements. Der amerikanische Dollar hat demgegenüber stark profitiert, weil eine nicht so expansive Geldpolitik dem Außenwert der Währung weniger schaden dürfte.

1 Kommentar
  • Klaus Wyrwinski 26. Juni 2013 12:41

    Jetzt geht’s wieder bergauf.

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