Unternehmen Kosten für Sparprogramm belasten Start ins neue Geschäftsjahr

Die Commerzbank-Zentrale in Frankfurt

Die Commerzbank-Zentrale in Frankfurt© Commerzbank AG

Die Commerzbank tut sich weiter schwer. Erste operative Erfolge werden von den Kosten für den Konzernumbau aufgezehrt. Der Vorstand macht keinen Hehl daraus: Auch 2013 wird noch einmal schwierig.

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Der geplante Abbau tausender Stellen hat die Commerzbank zu Jahresbeginn in die roten Zahlen gerissen. Kurz vor einer weiteren milliardenschweren Kapitalerhöhung schrieb das zweitgrößte deutsche Kreditinstitut einen Verlust von 94 Millionen Euro, wie es am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Vor einem Jahr hatte die Bank noch 355 Millionen Euro verdient.

Allein Rückstellungen für das Sparprogramm belasteten das Ergebnis mit fast 500 Millionen Euro. Zudem drückte das niedrige Zinsniveau auf die Erträge und der teilverstaatlichte Dax-Konzern musste seine Vorsorge für faule Kredite erhöhen. Auch im bisher erfolgreichen Geschäft mit Mittelständlern musste die Bank Federn lassen. Einen konkreten Ausblick für 2013 traute sich der Vorstand erneut nicht zu.

Das operative Ergebnis vor Steuern – aus dem die Commerzbank Sonderbelastungen wie Rückstellungen für den geplanten Konzernumbau herausrechnet – sackte im ersten Quartal um knapp 20 Prozent auf 469 Millionen Euro ab. Damit schlug sich die Bank aber besser als von Analysten erwartet. Die Commerzbank-Aktie legte bis zum frühen Nachmittag um fast zwei Prozent zu.

 Kapitalerhöhung soll 2,5 Milliarden Euro frisches Geld bringen

Dass das Quartalsergebnis besser ausfiel als erwartet, könnte der neuen Kapitalerhöhung einen Schub geben. In den kommenden Wochen will das Institut 2,5 Milliarden Euro frisches Geld einsammeln, um damit die restliche direkte Staatshilfe aus der Finanzkrise zurückzuzahlen.

Durch die Kapitalerhöhung will die Commerzbank zugleich die harte Kernkapitalquote um einen Prozentpunkt steigern. Der Wert lag unter Einbeziehung aller erst künftig geplanten Regeln („Basel III“) Ende März bei 7,5 Prozent. Bis Ende 2014 will die Commerzbank 9 Prozent erreichen. Kernkapital gilt als Puffer für Krisenzeiten.

„Obwohl zu Jahresbeginn die Verunsicherung unserer Kunden sowie der Kapitalmarktteilnehmer insgesamt etwas nachgelassen hat und wir einen Provisionsüberschuss fast auf Vorjahresniveau erreichen konnten, ist es noch zu früh, von einer grundlegenden Trendwende zu sprechen“, erklärte Commerzbank-Chef Martin Blessing.

Neues Filialkonzept

Die Bank profitierte in den ersten drei Monaten von der wieder besseren Stimmung an den Finanzmärkten: Kunden handelten wieder aktiver mit Anleihen und Aktienderivaten. Zudem half dem Institut die Neubewertung eigener Verbindlichkeiten.

Die Commerzbank kämpft seit langem um eine Trendwende. Sorgenkind im Kerngeschäft ist das Privatkundengeschäft. Im ersten Quartal gab es hier zumindest einen kleinen Lichtblick. Zwar halbierte sich der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, allerdings war das Ergebnis besser als in den drei Quartalen zuvor. Vorstandschef Blessing wertete das als ersten Beleg für die Wirksamkeit der neuen Strategie, die besonders im Privatkundengeschäft ansetzt.

Mittelfristig plant die Bank ein neues Filialkonzept und will mit flexibleren Öffnungszeiten mehr Kunden werben. Zugleich sollen die Kosten runter: Bis 2016 sollen 4000 bis 6000 Vollzeitstellen gekappt werden – ein Schwerpunkt dabei ist das Privatkundengeschäft. Frühestens 2014 soll sich der Konzernumbau nach bisherigen Planungen auszahlen. In diesem Jahr rechnet das Institut mit hohen Belastungen.

 

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