Unternehmen Krise verteuert Arbeit

Es klingt kurios: Die schwerste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten hat die Arbeitskosten im vergangenen Jahr kräftig in die Höhe getrieben. Eine Stunde verteuerte sich um 4,1 Prozent und damit so stark wie noch nie seit Beginn der Datenerhebung 1996.

Dabei machte sich besonders der Konjunkturabsturz im Winterhalbjahr 2008/2009 bemerkbar. Zum Jahresende sanken die Arbeitskosten dagegen wieder, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit.

Verglichen mit dem Sommerquartal mussten Arbeitgeber im Herbst 0,5 Prozent weniger für eine Stunde Arbeit zahlen. „Der mit Beginn der Wirtschaftskrise im vierten Quartal 2008 und im ersten Quartal 2009 festgestellte deutliche Anstieg der Arbeitskosten ist gestoppt“, schrieben die Statistiker.

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Auch im Vergleich mit dem Vorjahr lag der Kostenauftrieb niedriger als in den Vorquartalen. Dabei dürfte ein Rolle spielen, dass die Arbeitszeiten angesichts der schrittweisen Konjunkturbelebung zum Jahresende hin wieder stiegen. Viele Firmen haben durch den vermehrten Einsatz von Kurzarbeit und den Abbau von Überstunden Entlassungen in der Krise vermieden und dabei höhere Arbeitskosten in Kauf genommen.

Europaweit verteuerten sich die Kosten für eine Arbeitsstunde im Sommerquartal um 3,1 Prozent und damit weniger stark als in Deutschland. Allerdings wies Deutschland nach
Angaben der Statistiker von 2001 bis 2008 stets eine der niedrigsten Wachstumsraten in der Europäischen Union auf.

Besonders kräftig wurden die Arbeitgeber in Griechenland zur Kasse gebeten, wo sich die Arbeitsstunde um 11,2 Prozent verteuerte. Bulgarien und Rumänien stehen mit plus 10,4
beziehungsweise plus 9,6 Prozent an zweiter und dritter Stelle. Deutlich günstiger wurde es dagegen in Litauen und Estland, wo Arbeitgeber 10,9 und 4,3 Prozent weniger zahlen mussten als vor Jahresfrist.

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