Unternehmen Krisen belasten Stimmung im Mittelstand kaum

Der Libyenkrieg und die Natur- und Nuklearkatstrophe in Japan können der positiven Entwicklung des Mittelstands nichts anhaben. Zahlreiche neue Mitarbeiter werden eingestellt und auch das Wirtschaftswachstum setzt sich fort.

Deutschlands Mittelständler lassen sich ihre gute Stimmung nicht nehmen. Nach dem Allzeithoch im Februar sanken die Erwartung auf gute Geschäfte in den kommenden Monaten im März zwar leicht um 0,3 Punkte auf 30,4 Punkte, wie die KfW-Bankengruppe am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Ihre aktuelle Geschäftslage schätzten die Mittelständler im März aber sogar nochmals besser ein als im Vormonat. Das entsprechende Barometer legte 2,4 auf 39,1 Zähler zu.

„Lediglich in einem einzigen Monat während des Wiedervereinigungsbooms, nämlich im Januar 1991, beurteilten die Mittelständler die Lage noch geringfügig besser als zurzeit“, schrieben die Experten der staatlichen Förderbank. Eine weitere Verbesserung sei daher schwierig, darauf deuteten die etwas niedrigeren Erwartungen hin. Ihre Belegschaften wollen die Firmen weiter im Rekordtempo aufstocken. „Ein Ende der positiven Beschäftigungsentwicklung ist vorerst nicht abzusehen“, sagte die KfW.

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Nach dem von KfW und ifo Institut veröffentlichten Mittelstandsbarometer zeigen sich die Unternehmen vorerst unbeeindruckt von den gestiegenen konjunkturellen Risiken wie der Natur- und Nuklearkatastrophe in Japan, dem militärischen Konflikt in Libyen sowie der labilen politischen Lage in anderen arabischen Ländern. Das Geschäftsklima im Mittelstand bleibe auf einem sehr hohen Niveau.

Bruttoinlandsprodukt und Investitionen nehmen zu

KfW-Chefvolkswirt Norbert Irsch sagte, angesichts des Japan-Desasters und der Inflationssorgen durch steigende Energiepreise hätten die konjunkturellen Abwärtsrisiken kurzfristig zwar deutlich zugenommen. Indirekte Bremseffekte seien vor allem denkbar, wenn sich die Nuklearkatastrophe weiter verschärfe und so die Weltwirtschaft als Ganzes deutlich in Mitleidenschaft ziehe: „Noch ist dies aber „nur“ ein Risiko und nicht unser Hauptszenario.“ Komme es nicht zu einer weiteren Eskalation, dürften die konjunkturellen Auswirkungen auf Deutschland begrenzt sein. „Dies sehen offenbar auch die Unternehmen so.“

Selbst wenn das Geschäftsklima in den kommenden Monaten eher nach unten tendiere, dürfte dessen Niveau hoch bleiben und damit zu einem ein dynamisches Wirtschaftswachstum beitragen, sagte Irsch: „Wir erwarten für dieses Jahr ein Realwachstum des Bruttoinlandsprodukts von 3,0 Prozent.“ Die Investitionen dürften sogar um neun Prozent zulegen.

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