Unternehmen Läuft doch

Der Lunge Laufschuh wird aus vielen Teilen komponiert und heißt ganz sinfonisch C-Dur. Wir zeigen, welche Zulieferer daran beteiligt sind.

Als Fachhändler für Sportschuhe ging Ulf Lunge 1979 auf den Markt. Durch den direkten Kontakt mit dem Endverbraucher wusste er schnell, wo der Schuh drückt. Er wollte es besser machen. Gemeinsam mit seinem Bruder Jens Lunge entwarf er dann vor einigen Jahren den grünen Laufschuh C-Dur. Mittlerweile gibt es weitere Modelle für unterschiedliche Läufertypen. Die Zulieferprodukte stanzen, steppen, schneidern, lasern, nähen Mitarbeiter in Düssin zu einem fertigen Sportschuh.

Wie der Laufschuh entsteht:

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Copyright Bild: Henner Flohr für impulse

Erfahren Sie mehr über die Zulieferer:

Fersenschaum, Innenstoff und Obermaterial, Zunge und Einlage

Obermaterial, Schnürsenkel, Lochverstärker, Etikett, Reflektoren und Netzgewebe

Sohle, Zwischensohle, Garn und Eindruck

Fersenschaum

Friedrich Kusterer aus Pirmasens. Für die sanfte Abfederung: Der spezielle Schaum aus Polyurethan (PUR) stammt ursprünglich aus der Bauwirtschaft und dämpft dort Zugschienen. Nun dient er auch der Sportbranche. Kusterer bezieht ihn aus Österreich.

Innenstoff und Obermaterial

Omnipel Technologies aus Desenzano, Italien. Weich, widerstandsfähig und atmungsaktiv: Der Mikrofaserstoff Dynergy stammt aus Japan, wird von Omnipel in Italien gefärbt, gewalkt, aufgeraut und antibakteriell behandelt.

Zunge

Heinz Trebs aus Pirmasens. Wie Kusterer nutzt das Familienunternehmen den elastischen Schaum PUR. Der kleine Betrieb aus der deutschen Schuhmetropole beschichtet den Schaum in einem umweltschonenden Verfahren mit lösungsmittelfreiem Klebstoff. Lunge schneidet das Material dann in Form und integriert es in die Zunge.

Einlage

Brötje Schaumtechnik aus Rastede. Der niedersächsische Mittelständler hat die Produktionsanlage selbst konstruiert, die das Synthetiklatex aus Eigenrezeptur erst in Formen gießt und dann vulkanisiert, also mit Chemie und Hitze zu einem elastischem Schaum wandelt. Fertig ist die Einlage.

Bezugsstoff der Einlage

Jacobs aus Rödermark. Lunge überzieht die Einlagen im Schuh mit Mikrofaservlies der Firma Jacobs. Das Familienunternehmen kauft das Material in Asien und lässt es
in Italien aufrauen, damit die Oberfläche weich und samtig wird. Die Entwicklung der Stoffe, also technische Details oder die Optik, liegt in der Hand der Firma und wird mit den Kunden und Produzenten abgesprochen.

Fersenschaum, Innenstoff und Obermaterial, Zunge und Einlage

Obermaterial, Schnürsenkel, Lochverstärker, Etikett, Reflektoren und Netzgewebe

Sohle, Zwischensohle, Garn und Eindruck

Grünes Obermaterial

Stockmayer + Sohn aus Pirmasens. Sieht aus wie Veloursleder, ist
aber atmungsaktives, abriebfestes Mikrofaservlies. Der Stoff namens Fashmo stammt aus Fernost. Stockmayer kauft es in Rollen. Lunge schneidet es mit Laser in Form.

Schnürsenkel

Virtex aus Drochtersen. Nicht geflochten, sondern gestrickt. In selbst gebauten Strickmaschinen werden die Polyesterfäden doppelt verknotet. Produziert wird in Lettland.

Lochverstärker

Gebrüder Jäger aus Wuppertal. Trotz Zurrens reißt nichts, denn die Löcher sind mit einem selbstklebenden Nylon-Tape verstärkt. Auf Reißfestigkeit und Witterung wird das Tape im betriebseigenen Labor getestet. 230 Mitarbeiter hat der Lochverstärker aus Nordrhein-Westfalen.

Webetikett

Abarex Kennzeichnungen aus Uelzen. Die auf Stoffbahnen gewebten Etiketten werden per Ultraschall zurechtgeschnitten und mit derselben Maschine gleich gefaltet. Dank Ultraschall werden die Kanten weich.

Graue Reflektoren

JRC Reflex aus Romans, Frankreich. Winzige Glasperlen, Micro Glass Beads, aufgeklebt auf Nylon, reflektieren das Licht an der Schuhaußenseite und an der Ferse. Stammsitz des 40-Mann-Betriebs ist Frankreich, produziert wird in einem eigenen Werk in Italien.

Weißes Netzgewebe

E.Cima aus Terrassa, Spanien. Der Stoff wird aus einem Polyesterfaden gewirkt und anschließend von dem spanischen Familienunternehmen gespannt und mit Hitze fixiert und gesteift. Lunge schneidet das Tuch.

Fersenschaum, Innenstoff und Obermaterial, Zunge und Einlage

Obermaterial, Schnürsenkel, Lochverstärker, Etikett, Reflektoren und Netzgewebe

Sohle, Zwischensohle, Garn und Eindruck

Sohle

Nora Systems aus Weinheim. Das Herz des Schuhs ist die Sohle. Beim Laufschuh von Lunge besteht sie aus drei Materialien: Die schwarze Sohle aus Astrolight-Gummi ist ein leichter, aber abriebfester Zellkautschuk. Die Ferse ist noch mit Contan-Gummi, die härtere und robustere Variante, verstärkt. Oberhalb wird ein heller Ethylvinylacetat-Schaum verklebt, also ein Leichtzellmaterial, das die Laufschritte abdämpft. Nora mischt EVA ebenso wie das Gummi mit Pulver und Granulat, rollt es zu Platten aus und festigt es durch Vulkanisation. Lunge schneidet den Schaum und das Gummi selbst zu und verklebt es zu einer Sohle.

Zwischensohle

Kurt Christmann aus Pirmasens. Eine Zwischensohle aus stabilem Polyester verbindet Obermaterial und Sohle. Christmann lässt es in Italien herstellen.

Garn

Amann aus Bönnigheim. Das 150 Jahre alte Unternehmen verzwirbelt drei Polyester-Multifilamente zu einem Faden, färbt diesen anschließend und überzieht ihn mit Gleitmittel. Mit dem Garn vernäht Lunge die verschiedenen Obermaterialen des Schuhs.

Eindruck „Made in Germany“

Avery Dennison aus Sprockhövel. Auf der Zunge stehen Made in Germany und Lunge. Der Schriftzug wird mit einem so genannten Heat Transfer auf den Stoff appliziert. Dafür bedruckt das amerikanische Unternehmen mit deutschen Produktionsstätten eine transparente Folie und überzieht sie mit Kleber. Lunge presst dann die Schrift mit Hitze und Druck auf die Zungeninnenseite.

Fersenschaum, Innenstoff und Obermaterial, Zunge und Einlage

Obermaterial, Schnürsenkel, Lochverstärker, Etikett, Reflektoren und Netzgewebe

Sohle, Zwischensohle, Garn und Eindruck

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