Unternehmen Lecker lutschen

Selbst Hustenbonbons müssen mit der Zeit gehen. Dieses hier, Ingwer-Orange, neu und mit aufgefrischter Packung, schmeckt wie Bionade. Geblieben ist den Em-eukals von Dr. C. Soldan das Fähnchen als Markenzeichen.

Bonbons

Dr. C. Soldan Nürnberg. Die Bonbonfamilie macht seit 1899 Kamellen. Em-eukal heißen sie, weil ursprünglich Menthol und Eukalyptus drin waren. Heute kochen 195 Mitarbeiter Bonbons in 21 Sorten mit teilweise selbst gebauten Spezialmaschinen.

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Vitamine

Diverse weltweit. Im Ingwer-Orange-Bonbon ist „nur organisches Vitamin C“, sagt Geschäftsführer Perry Soldan. Es gibt auch künstliches und die feste Regel der Lebensmittelhersteller, nie ihre Vitaminlieferanten – Soldan hat drei – zu nennen. Denn Vitaminhersteller produzieren beides: organische aus Mais, Reis, Weizen, Zitrone, Leber, Eiern. Und chemische aus Erdöl. Die Verbraucher sollen nicht erschreckt werden, wenn sie Website oder Packung anschauen. Organisch ist teurer.

Isomalt

Beneo Mannheim. Sieht aus wie Zucker, isst sich fast so süß wie Zucker, wird auch aus Zucker gewonnen, macht aber keine Karies. Aus Rüben gekochter Zucker aus dem Südzucker-Werk Offstein in der Pfalz wird bei der Südzucker-Tochter Beneo in Mannheim zu dem Bonbon-Isomalt mit dem Geheimkürzel ST verarbeitet.

Orangensaftkonzentrat

Mainfrucht Gochsheim. Die Firma in Unterfranken verwandelt Früchte in Konzentrat. Das ist zähflüssig wie Honig. Für die Farbe liefert Mainfrucht noch Apfel- und Johannisbeerkonzentrat nach Nürnberg. Auch Karotten und Kürbis macht der Familienbetrieb zu Konzentrat, aber nicht für Hustenbonbons.

Kräuterextrakt

Destilla Nördlingen. Aus Ingwer und Kräutern machen 65 sogenannte Extrakteure Essenzen für Soldan. Liefern selbst koscher, halal, bio, auch Aromen für Käse, Hustensaft, Puddingpulver.

Gestaltung

Taste Offenbach. Sorgte vergangenes Jahr dafür, dass Em-eukal nicht wie eine olle Kamelle aussieht. Das, so die Werber, „unique Bonbon mit Fahne“ sei jetzt besser „in Szene gesetzt“. Die Agentur modernisiert auch die Optik von Joghurt-bechern, Senftöpfen, Fetafolien.

Fahne

Maria Soell Nidda. Wachspapier schneiden und bedrucken 130 Leute zu den 11,5 Millimeter breiten Fähnchen, dem Dr.-C.-Soldan-Markenzeichen. Erfunden hat er es, damit Bergleute im Ruhrgebiet, früher die Großkunden, die Bonbons auswickeln konnten, ohne sie anzufassen.

Kräuterextrakt

Martin Bauer Plantextrakt Vestenbergsgreuth. Die Bayern extrahieren schon ewig für Dr. C. Soldan, haben 200 Extrakte im Sortiment, die vor allem in Tees stecken. Die Firma hat Töchter in Asien, Australien, Afrika, Süd- und Nordamerika, um viele Geschmäcker bedienen zu können.

Bonbonpapier

Heyne & Penke Holzminden. Damit es nicht am Bonbon klebt, wird das Papier bei dem Familienbetrieb beidseitig mit Wachs beschichtet. Um es später bei Dr. C. Soldan in Bonbonform zwirbeln zu können, tränkt man es in eine Glycerinlösung. Auch Leibniz-Kekse, Haribo-Bären und Golden Toast stecken in Holzmindener Packungen.

Beutel

Rolf Bayer Vacuumverpackung Veitsbronn. Die Beutelmacher aus dem Nürnberger Raum bedrucken Polypropylenfolie im aufwendigen Acht-Farben-Druck, aus der Soldan Beutel schweißt. Rolf Bayer stellt sonst die Deckel für Wurstaufschnitte her.

Aus dem Magazin
Dieser Beitrag stammt aus der impulse-Ausgabe 03/2011.

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