Unternehmen Leifheit entlässt Vorstandschef Thaller – Verkauf gestoppt

Der bisherige Leifheit-Chef Georg Thaller zusammen mit Rainer Brüderle (FDP) auf der Konsumgütermesse Ambiente in Frankfurt.

Der bisherige Leifheit-Chef Georg Thaller zusammen mit Rainer Brüderle (FDP) auf der Konsumgütermesse Ambiente in Frankfurt.© Soehnle

Der Haushaltswarenhersteller Leifheit setzt seinen Vorstandschef Georg Thaller vor die Tür. Bereits Ende Mai muss er seinen Posten räumen. Außerdem stoppten die beiden Unternehmerfamilien die Verkaufsgespräche für ihre Anteile.

 

Anzeige

Der Haushaltswarenhersteller Leifheit hat seinen Vorstandschef Georg Thaller vor die Tür gesetzt. Die Entscheidung des  Aufsichtsrats sei am Mittwoch gefallen, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Nassau mit. Thaller scheide zum 31. Mai aus dem Vorstand aus. Ein Nachfolger stehe noch nicht fest. „Hintergrund für diese Entscheidung sind in einzelnen Fragestellungen unterschiedliche Auffassungen über die zukünftige strategische Ausrichtung des Leifheit-Konzerns“, erklärte das Unternehmen. Der 53-jährige Thaller stand seit November 2009 an der Spitze von Leifheit. Der 2009 vom Töpfe- und Pfannenhersteller Fissler gekommene Thaller hatte die Produktpalette stark gestrafft und den Gewinn nach oben geschraubt. Bis ein Nachfolger gefunden ist, soll Finanzvorstand Claus-Otto Zacharias Leifheit alleine führen.

Leifheit-Anteile werden nicht verkauft

Zugleich teilte das Unternehmen mit, dass die beiden Unternehmerfamilien Schuler-Voith und Knapp-Voith doch nicht wie geplant ihre Beteiligungen verkaufen werden. Für die Anteile von rund 49 und rund 10 Prozent habe es zwar großes Interesse  gegeben, doch wegen unterschiedlicher Vorstellungen sei keine Einigung zustande gekommen. Die im Dezember 2012 begonnenen Verkaufsgespräche seien gestoppt worden. „Die Eigentümer standen von Anfang an unter keinem Verkaufsdruck“, erklärte Aufsichtsratschef Helmut Zahn. Damit blieben die Anteile im Besitz der Unternehmerfamilien.

Laut „Lebensmittel-Zeitung“ waren zuletzt der US-Konzern Jarden („Spontex“), die israelische Keter Group („Curver“, „Allibert“) sowie der niederländische Handelskonzern Blokker interessiert. Deutsche Konkurrenten wie Fackelmann oder Freudenberg („Vileda“) hätten nur für Teile des Unternehmens Interesse bekundet.

Erst vergangene Woche hatte Leifheit die Zahlen für das erste Quartal 2013 vorgelegt und über einen Umsatzrückgang von 4,2 Prozent berichtet. Wegen des langen Winters seien vor allem weniger Wäschespinnen für den Einsatz im Freien verkauft worden, hatte das Unternehmen mitgeteilt, zu dem auch die Marke Soehnle gehört.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...