Unternehmen Leiharbeiter müssen mit 1500 Euro auskommen

Viele Zeitarbeitskräfte sind auf staatliche Zuweisungen angewiesen. Zwar arbeiten sie Vollzeit, aber ihr Lohn reicht laut einer DGB-Studie nicht zum Leben. Nur eine Minderheit erhält mehr als 2000 Euro brutto im Monat.

Zwischen regulären Arbeitskräften und Leiharbeitern besteht ein krasses Lohngefälle. Zeitarbeiter verdienen im Durchschnitt nur etwa die Hälfte eines Vollzeitbeschäftigten. Das geht aus einer Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hervor, aus der die „Süddeutsche Zeitung“ zitiert. Nur rund 19 Prozent der Leiharbeiter bekommen monatlich mehr als 2000 Euro brutto. In der gesamten Wirtschaft gelte dies dagegen für gut 70 Prozent der Vollzeitbeschäftigten.

Der DGB lanciert die Studie inmitten des Streits um die Erhöhung der Hartz-IV-Regelsätze. Thema der Verhandlungen zwischen Regierung und Opposition ist auch die Bezahlung von Leiharbeitern. Eine Einigung kam nicht zustande. Umstritten ist, nach wie vielen Monaten Zeitarbeiter die gleiche Bezahlung wie die Stammbelegschaft erhalten sollen.

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Die FDP beharrt auf einer Neun-Monatsfrist. Das ist nach Ansicht der Opposition aber auch der Union viel zu lang. Die meisten Zeitarbeiter hätten nach neun Monaten gar keine Arbeit mehr, sagte SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann. „Die FDP ist da absolut dogmatisch.“ SPD und Grüne fordern die Lohnangleichung nach nur einem Monat.

Nach der Studie erhielten Arbeitskräfte in der Verleihbranche, die in den alten Bundesländern tätig waren, 2009 durchschnittlich monatlich 1456 Euro brutto, und das einschließlich Urlaubs- und Weihnachtsgeld. In Ostdeutschland, in denen die Löhne insgesamt etwas geringer sind, betrug der Verdienst nur 1124 Euro.

Mehr als 10 Prozent im Westen und gut 20 Prozent im Osten verdienten sogar weniger als 1000 Euro brutto im Monat, obwohl sie Vollzeit arbeiten. Viele Leiharbeiter könnten von ihrer Arbeit nicht leben. Sie zählten zu den sogenannten Aufstockern und beziehen zusätzlich Leistungen vom Staat.

Der Autor der Studie, der DGB-Arbeitsmarktexperte Wilhelm Adamy, hatte die Entgeltstatistik der Bundesagentur für Arbeit ausgewertet. Grundlage sind die Lohnangaben von fast 500.000 vollzeitbeschäftigten Mitarbeitern in der Branche. In Deutschland gibt es derzeit mehr als 900.000 Leiharbeiter.

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