Unternehmen Überraschende Wende bei Loewe: Investoren geben neues Angebot ab

Fertigung beim TV-Hersteller Loewe.

Fertigung beim TV-Hersteller Loewe.© Loewe

Turbulente Zeiten beim angeschlagenen Fernsehhersteller Loewe: Die Investorengruppe um den einstigen Apple-Manager Gesmar-Larsen hat nach dem zunächst verkündeten Rückzug jetzt ein neues Angebot abgegeben. Aber auch ein weiterer Investor hat inzwischen Interesse an Loewe bekundet.

Im Streit um die Rettung des insolventen TV-Geräteherstellers Loewe hat die Münchner Investorengruppe Panthera ein neues Angebot abgegeben. „Wir haben rechtzeitig zur Gläubigerversammlung am heutigen Dienstag ein neues Angebot eingereicht“, sagte Panthera-Gesellschafter Stefan Kalmund im Gespräch mit impulse. Details könne er nicht nennen, die neuerliche Offerte sei jedoch mit dem Sachwalter, dem Nürnberger Sanierungsexperten Joachim Exner, abgestimmt.

Loewe hatte am Montagabend überraschend bekanntgegeben, dass Panthera vom Kaufvertrag zurückgetreten sei. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Dienstagsausgabe) hatte daraufhin berichtet, der Investorengesellschaft Panthera fehle jetzt das Geld, um die Loewe-Übernahme abzuschließen.

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Panthera-Gesellschafter Kalmund wies den Vorwurf zurück, die eigens für die Loewe-Übernahme gegründete Firma Panthera, zu deren Gesellschaftern auch der Münchner Immobilienkaufmann Constantin Sepmeier und der ehemalige Apple-Europachef Jan Gesmar-Larssen zählen, habe das Kapital für den Kauf von Loewe nicht aufbringen können.

Kalmund: Großbanken wollten Sicherheiten nicht freigeben

„Das Geld, um das operative Geschäft von Loewe fortführen zu können, war nicht das Problem“, sagte Panthera-Gesellschafter Kalmund. „Allerdings hat es das Loewe-Management um Finanzvorstand Rolf Rickmeyer offenbar nicht geschafft, die vier Großbanken dazu zu bewegen, die Sicherheiten freizugeben, die für unseren Sanierungsplan nötig sind.“

Nach seiner Darstellung zählen zu diesen Sicherheiten die Markenrechte an Loewe, Vorräte, Patente und Software, vor allem der Bestand an bereits fertig produzierten Geräte. Die Banken hätten die Sicherheiten jedoch nicht freigeben wollen. Dass Loewe deswegen rechtliche Schritte angedroht hat, sieht er gelassen:  „Wir haben von unserem vertraglich zugestandenen Recht Gebrauch gemacht.“

Weiteres Angebot von Münchner Investorengruppe

Der traditionsreiche Fernsehhersteller hatte nach hohen Verlusten im vergangenen Oktober Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Im Januar hatte Loewe dann den Neustart mit der Investorengruppe des ehemaligen Apple-Managers Jan Gesmar-Larsen und zweier Kaufleute verkündet.

Wie es heißt, hat mittlerweile auch eine andere Münchner Investorengruppe ein Angebot unterbreitet. Dabei handelt es sich mutmaßlich um das Unternehmen Stargate Capital, das von Boris Levin und Mark Hüsges geführt wird. Stargate ist auf die Sanierung mittelständischer Unternehmen spezialisiert, hat unter anderem den Fördertechnikspezialisten Bleichert sowie den Maschinenbauer Gehring saniert.

 

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