Unternehmen Loewe will Produktion weitgehend nach Asien verlagern

Fernseh-Fertigung bei Loewe

Fernseh-Fertigung bei Loewe© Loewe AG

Loewe kämpft ums Überleben - und will einem Medienbericht zufolge nun die Produktion nahezu komplett nach Asien verlagern. Auch dem traditionsreichen TV-Hersteller Metz macht die Billigkonkurrenz zu schaffen.

Der Vorstandsvorsitzende des angeschlagenen fränkischen Fernsehherstellers Loewe, Matthias Harsch, will die Produktion nahezu komplett von einem asiatischen Unternehmen übernehmen lassen. „Wir sind kein Gerätehersteller mehr, das versuche ich der Firma auch auszureden“, sagte Harsch dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. In Kronach müsse sich Loewe auf die Kernkompetenzen wie Bediener-Software und Design beschränken. Dabei brachte der Loewe-Chef einen weiteren Jobabbau ins Gespräch. Er könne nicht ausschließen, „dass weitere Rationalisierungsmaßnahmen eingeleitet werden müssen“.

Loewe musste nach hohen Verlusten in der vergangenen Woche Gläubigerschutz beantragen und leitete ein sogenanntes Schutzschirmverfahren ein. Dabei kann das Unternehmen versuchen, sich unter gerichtlichem Schutz zu sanieren und wird weiter von seinem Management geführt. Harsch sei „optimistisch“, für die Produktion der Hardware bald einen asiatischen Partner, vermutlich aus China, präsentieren zu können. Die Zeit dränge jedoch: „Es muss allerdings innerhalb der kommenden drei Monate passieren.“

Anzeige

Auch das fränkische Unternehmen Metz hat mit geringerem Interesse der Kunden zu kämpfen. „Mit einem zweistelligen Umsatzrückgang werden wir rechnen müssen“, sagte Geschäftsführer Norbert Kotzbauer der „Welt am Sonntag“. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen noch 109 Millionen Euro erlöst. Für die Hälfte der rund 585 Beschäftigten hat Metz Kurzarbeit angemeldet. Dennoch zeigt sich Kotzbauer zuversichtlich, die Krise durchzustehen. Metz richte sich als Nischenanbieter vor allem an über 50 Jahre alte Kunden, die Wert auf Verlässlichkeit und Komfort legten.

Auch Metz produziert noch in Deutschland

Metz versuche erst gar nicht, mit der übermächtigen Konkurrenz aus Fernost zu konkurrieren, betonte Kotzbauer. Die Geräte des vor 75 Jahren gegründeten Unternehmens seien ausschließlich im Fachhandel erhältlich, der Marktanteil in Deutschland liege bei etwa drei Prozent.

Metz ist neben TechniSat und Loewe der einzige TV-Produzent, der Fernsehgeräte noch in Deutschland herstellt. Loewe musste nach hohen Verlusten in der vergangenen Woche Gläubigerschutz beantragen und leitete ein sogenanntes Schutzschirmverfahren ein.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...