Unternehmen Logistiker fordern Straßenausbau

Straßen, Autos, Verkehr

Der Verkehr auf deutschen Autobahnen.© Markus Langer - Fotolia.com

Die Konjunktur schwächelt, das spürt auch die Logistik-Branche. Nach einem verhaltenen Jahresauftakt rechnen sich die Unternehmen für dieses Jahr keine großen Sprünge aus. Im Inland profitiert die Branche aber zumindest von der guten Konsumstimmung der Verbraucher.

Die deutsche Logistikbranche fährt mit angezogener Handbremse in die zweite Jahreshälfte. „Die Konjunktur bleibt anfällig“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen  Speditions- und Logistikverbandes, Frank Huster, vor Beginn der Fachmesse transport logistic (4. bis 7. Juni) in München. Neben der Rezession im Euro-Raum und einer schwächelnden Wirtschaftsdynamik in China habe auch der Dauer-Winter für einen schleppenden Jahresstart gesorgt.

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Man setze aber auf Nachholeffekte in den kommenden Monaten, wenn das Saisongeschäft etwa im Handel richtig anspringt. Auch die gute Konsumstimmung der Verbraucher und der zunehmende Internethandel verschaffe den Unternehmen im Inland ein Mengenwachstum. „Die Frage ist, wie viel Geld man damit verdienen kann, oder ob man überhaupt damit Geld verdienen kann, denn der Markt ist noch immer ein hoher Wettbewerbsmarkt“, sagte Huster. Dies drücke auf die Margen. Große Umsatzsprünge erwartet der Branchenverband im Gesamtjahr zwar nicht, doch dürften die Erlöse etwas zulegen.

„Unsere Infrastruktur wird zunehmend marode“
Wichtigstes Thema bleibe der Ausbau der Verkehrswege in Deutschland. „Unsere Infrastruktur wird zunehmend marode“, sagte Huster. Zwar herrschten hierzulande nicht Verhältnisse wie in Amerika, wo kürzlich beim Einsturz einer Fernstraßen-Brücke mehrere Fahrzeuge in einen Fluss stürzten. Doch schon eine Brückensperrung an einem Verkehrsknotenpunkt könne erfahrungsgemäß verheerende Auswirkungen auf die Logistik haben. Das zeigt eindrucksvoll, wo das Geld hinfließen muss, und ich beziehe das nicht nur auf die Straße ausdrücklich, sondern auch Binnenschifffahrtswege, Schienenwege, aber auch Flughäfen bedürfen einer Ausweitung, um das wachsende Verkehrsaufkommen zu stemmen.“ Dieses „Giga-Thema“ wolle man allen Parteien ins Pflichtenheft schreiben bei der anstehenden Bundestagswahl.

Sorgen bereitet den Logistikern auch der wachsende Fachkräftemangel. „Der demografische Faktor erwischt uns allmählich auch“, sagte Huster. Es sei nicht nur schwierig, qualifiziertes Fahrpersonal zu bekommen, sondern auch gute Kaufleute, hier stehe man mit anderen Branchen in harter Konkurrenz. Dabei böten sowohl global tätige Logistiker als auch viele Mittelständler beste Karrierechancen für Fachkräfte. Bei der Messe transport logistic zeigen von diesem Dienstag an mehr als 2000 Aussteller aus 64 Ländern neue Produkte und Dienstleistungen der Branche.

1 Kommentar
  • Name 4. Juni 2013 06:46

    Die Verkehrsinfrastruktur wird zunehmend marode. Gut geschmeichelt. Bei uns vor Ort sieht´s so aus: 2011 wird der Neubau einer Produktionshalle in einem seit ca. 100 Jahren bestehenden Gewerbegebiet genehmigt. 2012 wird die einzige von Lastzügen befahrbare Brücke ins Gewerbegebiet auf 8t Achslast abgelastet. Nach mehrfachen Diskussionen mit Behördenvertretern und dem Hinweis, daß nicht einmal die Müllabfuhr die Brücke befahren dürfte, wird die Achslastbeschränkung aufgehoben. Stattdessen werden Baken einbetoniert, welche verhindern, daß ein morgens zum Abladen einer Maschine angefahrener Tieflader abends die Brücke befahren kann. Die Baken werden vom LKW-Fahrer entfernt, das Ordnungsamt droht mit Strafanzeige, verzichtet darauf, stellt die Baken jedoch wieder auf. Die Baken werden mehrfach umgefahren und wieder einbetoniert; mittlerweile sind sie mobil. Nach Einsichtnahme in die Unterlagen zur Brücke stellte ich fest, daß bereits 1985 ein Sachverständiger eine Achslastbeschränkung empfahl. Nun soll die Brücke bald saniert werden. Anzumerken ist, die Brücke überspannt 1,8m.
    Mittlerweile wird auch der regionale Verkehr durch weitere, gut abgestimmte Maßnahmen massiv behindert. Im Zuge des Ausbaus der A7 wurden eine Brücke über die A7 und eine Unterführung unter der A7 gesperrt. Innerörtlich wurde eine Brücke im Verlauf einer Landesstraße auf 24t abgelastet, die übrigen innerörtlichen Brücken können bzw. dürfen von LKW ohnehin nicht befahren werden. Auf einer Strecke von ca. 14km kann der von den Brücken überspannte „Fluß“ (mit 3-4m Breite) von LKW nicht mehr (legal) gequert werden. Erfolg beispielhaft: Kranwagen erreichen das Gewerbegebiet nicht mehr mit 5km Anfahrt, sondern mit 30km, heißt für An- und Abfahrt 2h statt 30min.
    Ergänzend zu den o.g. Maßnahmen wurde eine Bundesstraße wegen einer Baumaßnahme voll gesperrt.

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