Unternehmen Luftfilter und Fitness: Wie deutsche Unternehmen gegen den Smog in China kämpfen

Dicke Luft: Nicht nur Chinas Hauptstadt Peking hat mit Luftverschmutzung zu kämpfen.

Dicke Luft: Nicht nur Chinas Hauptstadt Peking hat mit Luftverschmutzung zu kämpfen.© havana1234 - Fotolia.com

Eine freie Mitgliedschaft im Fitnessstudio, ein Shuttle zur Arbeit und spezielle Filter für saubere Luft: Um Smog-geplagten Mitarbeitern in China das Leben leichter zu machen, lassen sich deutsche Unternehmen allerlei einfallen.

Mit der Atemmaske zur Arbeit: Was hierzulande unvorstellbar klingt, ist in China traurige Realität. In dem Riesenreich leiden Menschen vielerorts unter dreckiger Luft. Zuletzt erreichte die Luftverschmutzung in der Hauptstadt Peking so hohe Werte wie noch nie. Um dennoch Fachkräfte für den Wachstumsmarkt zu begeistern, lassen sich deutsche Unternehmen einiges einfallen.

Autobauer Audi arbeitet etwa mit Kliniken in der chinesischen Hauptstadt Peking zusammen, um seine Mitarbeiter darüber zu informieren, wie sie sich vor der schmutzigen Luft schützen können. In den Räumen von Volkswagen bieten Fachleute bereits Sprechstunden für die Mitarbeiter an. In den Büros sorgen zudem spezielle Filter für frische Luft.

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Auch Daimler bietet in einem internationalen Krankenhaus Info-Veranstaltungen für seine Mitarbeiter an. Dabei geht es einem Sprecher zufolge unter anderem um Anlaufstellen im Krankheitsfall, aber auch um die Frage: „Bei welchen Schadstoffwerten kann ich draußen noch Sport treiben?“

Kostenlose Mitgliedschaft im Fitnessstudio

Viele Beschäftigte müssen dazu aber nicht nach draußen, sondern können umsonst ins Fitnessstudio gehen: Lokale Mitarbeiter bekommen bei Daimler und Audi eine freie Mitgliedschaft, um etwa beim Joggen und Fahrradfahren keine Schadstoffe einatmen zu müssen.

Gesundheitskurse und Sportangebote sind zwar auch in Deutschland keine Seltenheit. Das Bemühen, Fachkräften in China das Leben angenehmer zu machen, kommt jedoch nicht von ungefähr: China ist als zweitgrößte Volkswirtschaft nach den USA für Autobauer wie Daimler und Audi ein wichtiger Wachstumsmarkt.

Für deutsche Mitarbeiter ist das Land allerdings oft ein Kulturschock: Während sie hierzulande vor der Arbeit schnell mal schauen, wie das Wetter wird, nutzen Arbeitnehmer in China eine Smog-App – um zu wissen, ob sie besser mit Atemmaske zur Arbeit gehen. Der Autozulieferer Bosch stattet seine Leute daher bei Bedarf auch mit Schutzmasken aus. Vor Ort hat der Konzern Messsysteme, um die Höhe der Schadstoffkonzentration im Auge zu behalten.

Home Office im Extremfall

Sollte sie sich als zu hoch erweisen – jüngst kletterte die Luftverschmutzung über die Marke von 500, wo der Index normalerweise aufhört – kann so mancher Mitarbeiter zuhause bleiben. „Natürlich besteht grundsätzlich – wo immer mit den Aufgaben vereinbar – die Möglichkeit, von zuhause aus zu arbeiten“, sagt auch ein Daimler-Sprecher.

Natürlich geht das nicht immer: „Home Office ist bei uns nicht möglich, weil wir vor Ort eine Fertigung haben“, sagt ein Sprecher des Nürnberger Kabelspezialisten Leoni. „Die Mitarbeiter müssen zwangsläufig am Arbeitsplatz sein.“ Der Autozulieferer ZF hat sich daher etwas einfallen lassen, um Arbeit und Gesundheit zu vereinbaren: Wer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit kommt, kann auf einen Abholservice zurückgreifen, wie ein Sprecher erklärt. Ein Shuttle bringt die Beschäftigten dann vom Bahnhof bis ins Werk.

Gleichzeitig will ZF damit auch etwas gegen das Luftproblem tun: „Wir halten die Mitarbeiter auch deswegen an, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, um so ihrerseits zu weniger Smog beizutragen“, sagt der Sprecher. Der zähe Verkehr ist nämlich eine der Ursachen für die dicke Luft: Allein die Zahl der Autos auf Chinas Straßen ist von 16 Millionen im Jahr 2000 auf heute rund 100 Millionen gestiegen.

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