Unternehmen Manager verlassen Cornelsen

Eines der größten Verlagshäuser Deutschlands verliert im Vier-Wochen-Rhythmus Topmanager. Schuld ist wohl ein Umbau der Geschäftsstruktur - und die damit verbundene straffere Führung der bisher eher eigenständigen Verlagstöchter.

Die Franz Cornelsen Bildungsgruppe, eines der größten Verlagshäuser Deutschlands mit Schwerpunkt im Bildungsbereich, ordnet seine Geschäftsstruktur neu und verliert dabei beinahe im Monatsrhythmus Topmanager aus den rund 30 Tochterunternehmen. Wie impulse berichtet, verlor Verlagschef Alexander Bob nacheinander IT- und Personalchef Tilmann Michaletz sowie die Geschäftsführer des Verlags KV&H und des Bibliographischen Instituts, Ulrich Granseyer und Klaus Kämpfe-Burghardt. Bob will die Firmengruppe mit einem Umsatz von rund 450 Mio. Euro und rund 3.200 Mitarbeitern mit einer neuen Fünf-Säulen-Struktur zukunftstauglich machen.

Die Aufteilung der rund 30 Tochterunternehmen in die Sparten Schulbuchverlage, Nachhilfe, Erwachsenenbildung, Wissenschaft und Publikumsverlage sei nötig geworden, so Bob gegenüber impulse, um das starke Wachstum der vergangenen Jahre mit einer Verdreifachung des Umsatzes und einer Vielzahl von Zukäufen besser handhabbar zu machen. Im Zuge des Umbaus gebe es auch eine Umfirmierung des früheren Berliner Cornelsen-Verlags; künftig nennt sich der Bildungskonzern Franz Cornelsen Bildungsgruppe.

Anzeige

Die Kündigungswelle unter seinen Topleuten wollte Bob nicht kommentieren. Jeder Geschäftsführer bei Cornelsen müsse sich aber fragen, ob er Teamspieler genug sei für die neue Struktur. Die Abgänger, darunter mit Kämpfe-Burghardt der Entdecker der Harry-Potter-Autorin Joanne K. Rowling, konnten sich offenbar nicht mit dem neuen Zuschnitt des Verlags anfreunden, der wohl eine straffere Führung der bislang recht eigenständig agierenden Töchter zur Folge hat. Parallel zum Umbau läuft im Verlag seit Monaten das Programm Evolution 2012, mit dem Bob seine Führungskräfte mit Hilfe der Berater von Malik und McKinsey fit für die neuen Zeiten machen will. Die Kosten dafür betragen bis zu einer Million Euro.

Aus dem Magazin
Mehr dazu erfahren Sie in der impulse-Ausgabe 03/2011.

Abonnenten erhalten die neueste Ausgabe jeden Monat frisch nach Hause geliefert.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...