Unternehmen Märklin-Übernahme durch Bobby-Car-Hersteller offen

Für manche wäre es die "Traumhochzeit der Spielwaren-Branche" - noch aber ist die Übernahme vom Märklin durch den Bobby-Car-Hersteller Simba Dickie nicht in trockenen Tüchern. Es gebe noch viel zu klären, deutete Simba Dickie Chef Michael Sieber an.

Eine Übernahme des traditionsreichen Modelleisenbahn-Herstellers Märklin durch den Bobby-Car-Produzenten Simba Dickie lässt weiter auf sich warten. „Wir sind noch mitten in den Verhandlungen und der Überprüfung der Bücher“, berichtete der Chef der Simba Dickie Group, Michael Sieber, am Donnerstagabend in Fürth. Es würden noch verschiedene Gespräche geführt; diese wolle man nicht durch öffentliche Stellungnahmen belasten, sagte der Chef des Fürther Familienunternehmens bei der Vorlage der Firmenbilanz 2012.

Grundsätzlich bestehe aber weiterhin Interesse an Märklin. „Wir wollen trotz unserer stärkeren Fokussierung auf globale Wachstumsmärkte keine Chance liegen lassen, die sich uns in Europa bietet“, sagte Sieber. Eine Entscheidung in Sachen Märklin erwarte er aber nicht vor Ende Februar oder Anfang März. Eine Rolle bei den Übernahmeverhandlungen spielen dem Vernehmen nach auch die Tarifverträge der Märklin-Beschäftigten und die damit verbundenen finanziellen Belastungen für den Käufer.

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Im abgelaufenen Jahre verzeichnete die Simba Dickie Group mit 615 Millionen Euro einen leicht schrumpfenden Umsatz. 2011 hatte der Spielwarenkonzern noch 620 Millionen Euro erlöst. Finanz-Chef Manfred Duschl führt dies unter anderem auf die eingebrochenen Umsätze in den kriselnden südeuropäischen Ländern Griechenland, Spanien und Portugal zurück. Auch in Frankreich liefen die Geschäfte 2012 nicht mehr so gut wie im Jahr zuvor. Allein in Griechenland hätten sich die Umsätze im Vergleich zum Jahr davor halbiert.

Zudem habe der Wiederaufbau einer vom Hochwasser zerstörten Fabrik in Thailand als Umsatzbremse gewirkt. Die Produktion im Werk der Konzerntochter Majorette sei erst im April 2012 wieder angelaufen. Entsprechende Kapazitätsengpässe hätten den Umsatz gedrückt. Einen Teil der Umsatzeinbrüche hätten allerdings gute Geschäfte in Russland, Südamerika und dem Mittleren Osten wettgemacht. Für 2013 peile das Unternehmen ein Umsatzplus von drei Prozent an. Die Ertragslage des Unternehmens sei weiterhin „sehr gut, solide und stabil“.

Um weniger abhängig vom europäischen Markt zu werden, will das Familienunternehmen sich stärker internationalisieren. Ein Schritt in diese Richtung sei etwa der Kauf eines südafrikanischen Spielwaren-Herstellers. Die neue Tochtergesellschaft solle als Brückenkopf für die Erschließung von Märkten im südlichen Afrikas dienen. Unverändert schwierig bleibe der chinesische Markt, wo Simba Dickie in der Vergangenheit viel Lehrgeld gezahlt habe, wie Sieber betonte. Inzwischen wüchsen die Simba Dickie-Umsätze in China wieder – wenn auch auf niedrigem Niveau.

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