Unternehmen Märklin setzt im Ausland auf Simba-Dickies Netzwerk

Weichenstellung: Märklin hat den Turnaround geschafft

Weichenstellung: Märklin hat den Turnaround geschafft© Miniaturwunderland

Frischer Wind bei Märklin: Unter der neuen Führung des 28-jährigen Florian Sieber sollen die Modelleisenbahnen vor allem Russland und die USA erobern.

Der Modellbahnhersteller Märklin neue Märkte erschließen. Vor allem in Russland und den USA sieht das Traditionsunternehmen Potenzial, wie der neue Co-Geschäftsführer Florian Sieber sagte. „Das Einkommens-Level ist in den letzten Jahren stetig angestiegen, so dass die Produkte auch immer mehr in der Kaufkraft der Bevölkerung liegen“, sagte der Sohn von Simba-Dickie-Chef Michael Sieber mit Blick auf Russland. Auch die USA habe einen besonderen Bezug zur Eisenbahn. „Der Wilde Westen wurde dort mit dem Zug erobert, die haben definitiv eine traditionsreiche Eisenbahngeschichte.“

Der Fürther Spielwarenkonzern Simba-Dickie, unter anderem bekannt durch das Bobby Car, hatte Märklin vergangenen März übernommen, Vater und Sohn sind nun Eigentümer des Modellbahnherstellers. Der 28 Jahre alte Florian Sieber führt das Unternehmen gemeinsam mit dem bisherigen Geschäftsführer Wolfrad Bächle.

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Derzeit stammen gut 80 Prozent des Umsatzes aus dem Inland. Sieber will das nun ändern. „Wir haben uns auf die Fahne geschrieben, den internationalen Umsatz auszubauen“, sagte Florian Sieber – ohne jedoch eine konkrete Prognose abzugeben. „Es gibt viele Länder, die aktiv gar nicht betreut werden“. Dabei sollen Verkauf und Service über Synergien mit Deutschlands größter Spielzeugfirma Simba-Dickie ausgebaut werden.

Frischer Wind ohne Eile
Auch das vom jüngst ausgeschiedenen Geschäftsführer Stefan Löbich eingeführten Kinder-Einsteiger-Set „My World“ soll von de vorhandenen Strukturen profitieren. „Da können wir uns im Ausland unsere Vertriebsstruktur zu Nutzen machen und das „My World“-Segment mitvertreiben“, sagte Sieber. „Wir werden das Segment weiter ausbauen, ohne das Kerngeschäft mit unserer klassischen Modelleisenbahn zu vernachlässigen.“

Märklin erzielte 2012 gut 109 Millionen Euro Umsatz und rund 10 Millionen Euro Gewinn vor Zinsen und Steuern. „Märklin geht es sehr gut“, sagte Siebert. Für 2013 erwartet das Unternehmen mit 1100 Beschäftigten ähnliche Zahlen – beim Umsatz ein leichtes Plus. Der junge Geschäftsführer will frischen Wind nach Göppingen bringen, plant aber zunächst keine großen Änderungen. „Das heißt, wir gehen nichts überhastet an“, sagte Sieber, der vor zwei Jahren sein Betriebswirtschaftsstudium beendete. „Die Wege, die in den letzten zwei, drei Jahren eingeleitet wurden, sind auch unserer Meinung nach die richtigen Schritte.“ Märklin war 2009 in die Insolvenz gerutscht.

Produktion in Deutschland und Ungarn
Konkret soll die bisherige Produktion in China weiter sukzessive an die zwei Standorte in Deutschland und Ungarn zurückgeholt werden. In Ungarn wird das Werk ausgebaut, in Göppingen in neue Maschinen und Technik investiert. 2013/14 werden rund 20 Millionen Euro investiert.

Ändern soll sich die Entwicklungszeit neuer Produkte – ohne Qualitätsverlust. Die dauere in der Regel bis zu 18 Monate. „Wir werden schneller werden müssen in unseren Poduktentwicklungen, dass wir schneller am Markt und den Anforderungen unserer Kunden sind“, sagte Sieber. Komplett Neues werde es wohl nicht vor 2015 geben. „Wir werden da aber kein Produkte überstülpen in den Märklin-Mantel, die eigentlich nichts mit der Identität der Marke zu tun haben.“

Ohne die Stammkundschaft – Männer im Alter von 40 plus – aus dem Blick zu verlieren, soll die Zielgruppe verjüngt werden. Im Visier sind Männer und Väter zwischen 30 und 40 Jahren mit gutem Einkommen. „Das ist sicherlich das Ziel für die nächsten Jahre, um unsere Kunden zu vermehren und das Hobby wieder aufleben zu lassen.“

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