Unternehmen Maschinenbauer Dürr auf Rekordjagd

Der Anlagen- und Maschinenbauer Dürr verdient weiter prächtig. Fast furch die Bank glänzen die Zahlen des Weltmarktführers für Autolackieranlagen - auch dank des boomenden China-Geschäfts. Bei den Auftragseingängen musste das Unternehmen allerdings einen kräftigen Einbruch hinnehmen.

Unbeirrt von zuletzt leicht sinkenden Auftragseingängen steuert der Anlagen- und Maschinenbauer Dürr weiter auf neue Jahresbestmarken zu. „Es spricht alles dafür, dass 2012 ein erneutes Rekordjahr bei Umsatz und Ergebnis wird“, sagte Dürr-Chef Ralf Dieter am Dienstag zur Vorlage der Neunmonatsbilanz. Darin sind die Ordereingänge die einzige zentrale Kennzahl mit Negativtendenz, was Dürr mit den außergewöhnlich hohen Vergleichswerten des Vorjahres erklärt. Zuversichtlich stimmt den MDax-Konzern das jüngst verstärkt anziehende Geschäft im Boomland China, wo Dürr stark vertreten ist.

Das Unternehmen aus Bietigheim-Bissingen bei Stuttgart steigerte den Umsatz von Januar bis Ende September um 34 Prozent auf knapp 1,76 Milliarden Euro. Aus dem laufenden Geschäft blieben 119 Millionen Euro und damit 87 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum. Unter dem Strich verdoppelte sich der Gewinn auf gut 71 Millionen Euro. Ende September zählte Dürr weltweit 7511 Mitarbeiter – 11 Prozent Plus.

Anzeige

Lediglich bei den für die Zukunft so wichtigen Auftragseingängen wachsen die Bäume nicht mehr in den Himmel. Auf Neunmonatssicht ist die Order um 5,4 Prozent rückläufig. Im dritten Quartal war das Minus besonders stark und Dürr musste knapp 37 Prozent Einbruch verbuchen. Doch das Niveau ist hoch: Die ersten neun Monate des vergangenen Jahres ergaben 88 Prozent Auftragsplus und auch das Vorjahr 2010 hatte nach der Krise schon 30 Prozent Zuwachs gebracht.

Wachstumstreiber China

Dürr erklärt die hohe Vorjahresbasis mit „Nachholeffekten aus der Wirtschaftskrise von 2008/2009“. Außerdem leiste es sich der Konzern, Großaufträge öfter auch auszuschlagen, wenn die Gewinnaussichten der Geschäfte nicht lukrativ genug erscheinen. Dürr spricht dabei von einer „besseren Margenqualität“. Der für Ende 2012 insgesamt angepeilte Ordereingang von 2,5 Milliarden Euro sei nicht in Gefahr.

Treiber des dritten Quartals sei China. In dem zentralistisch regierten Riesenreich, wo eine wettbewerbsfähige Kfz-Industrie erklärtes Ziel ist, hat Dürr in den vergangenen Jahren nach dpa-Informationen etwa drei von vier Automobilwerken mit Lackieranlangen ausgestattet.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...