Unternehmen Media-Saturn-Gründer greift Metro-Chef an

Scharfe Kritik am Metro-Vorstand: Media-Saturn-Gründer Erich Kellerhals zweifelt an der Kompetenz der Konzernspitze. Am Dienstag treffen Vertreter der Großaktionäre und Minderheitseigner vor einem Schiedsgericht aufeinander.

Im Kampf um die Macht beim Elektronikhändler Media-Saturn stellt Firmengründer Erich Kellerhals die weitere Zusammenarbeit mit Metro infrage. „Wenn der Streit nicht beigelegt werden kann, müssen wir vielleicht über neue Gesellschafter nachdenken“, sagte Kellerhals, der noch knapp 22 Prozent an der von ihm gegründeten Kette kontrolliert, der „Süddeutschen Zeitung“.

Zugleich zweifelt Kellerhals die Kompetenz des Metro-Vorstandschefs und früheren Finanzvorstands Olaf Koch an. „Ich fordere seit langer Zeit einen Handelsmann an der Spitze der Metro. Es reicht nicht, einfach nur Finanzpakete hin und her zu schicken“, sagte er. „Man muss wissen, wie der Handel tickt.“

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Am Dienstag sollen Vertreter des Großaktionärs Metro und der Minderheitseigner erneut aufeinandertreffen – doch diesmal nicht-öffentlich vor einem Schiedsgericht. Der Streit entzündet sich an dem Beirat, den Metro bei Media-Saturn gegen den Willen der Firmengründer und Miteigner Kellerhals und Leopold Stiefel eingerichtet hat. Es geht um die Frage, worüber das Gremium entscheiden kann und mit welcher Mehrheit.

Mit dem Management des Handelskonzerns kann Kellerhals wenig anfangen. „Die Metro plant etwas, macht eine schöne Presseerklärung und schaut, dass der Börsenkurs hoch geht. Klappt es nicht, verabschieden sich die Vorstände oder sie werden verabschiedet. Ich habe jetzt schon sieben Metro-Vorstände erlebt“, sagte Kellerhals. „Die Vorstände haben mitunter wilde Ideen, schließlich brauchen sie in den drei oder fünf Jahren ihrer Vertragslaufzeit Erfolge.“ Er verfolge hingegen eine andere Strategie: „Ich kalkuliere erst genau und handele dann.“

Einer geplanten Expansion von Media-Saturn in China steht Kellerhals skeptisch gegenüber. „Ich rate zur Vorsicht“, sagte er. Frühere Pläne, dort in fünf Jahren 1000 Media-Märkte zu eröffnen, lehnt er als „Harakiri“ ab. Kellerhals sagte, es gebe Verträge, die Metro unter bestimmten Umständen auch ein eigenes Vorgehen bei Auslands-Investitionen erlauben: „Wir wollten uns nie gegenseitig behindern.“

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