Unternehmen Mehrheit der Deutschen gegen höheren Spitzensteuersatz für Unternehmer

Die Mehrheit der Deutschen ist gegen einen höheren Spitzensteuersatz für Unternehmer. Das hat eine repräsentative GfK-Umfrage im Auftrag von impulse ergeben. Die große Mehrheit der Befragten ist außerdem der Überzeugung, dass Familienunternehmen sich verantwortungsbewusster gegenüber Arbeitnehmern und der Gesellschaft verhalten als große Kapitalgesellschaften.

 

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Nur 22,5 Prozent aller Deutschen wollen, dass mittelständische Unternehmer einen höheren Spitzensteuersatz zahlen. Dies hat eine repräsentative Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag des Wirtschaftsmagazins impulse ergeben. Dass mittelständische Unternehmer ihr Geld in Steuerparadiese schaffen, glauben nur knapp 28 Prozent (27,9 Prozent) der Deutschen. Die 1024 Interviews wurden Mitte April geführt – wenige Tage vor der Enthüllung, dass sich Bayern-Präsident Uli Hoeneß im Januar wegen eines Kontos in der Schweiz selbst angezeigt hatte.

Die Befragung zeigt ein überraschend positives Unternehmerbild: Rund 69 Prozent (68,6 Prozent) der Deutschen sind davon überzeugt, dass die Mittelständler hierzulande in der Euro-Krise für mehr gesamtwirtschaftliche Stabilität als Großkonzerne sorgen. Auch glauben 80 Prozent, dass Familienunternehmen sich verantwortungsbewusster gegenüber Arbeitnehmern, der Gesellschaft und der Umwelt verhalten als große Kapitalgesellschaften.

Die GfK-Zahlen belegen, wie sehr sich das Unternehmerbild in den vergangenen Jahren verändert hat – insbesondere seit dem Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise im Jahr 2009. Auch international gilt der „German Mittelstand“ inzwischen als Marke und Erfolgsmodell, das Länder wie die USA und Großbritannien kopieren wollen. Entsprechend selbstbewusst schätzen die Deutschen ihre Wirtschaft derzeit ein: 85,1 Prozent sind der Meinung: „Deutsche Unternehmen sind innovativ genug, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können.“

Offen zeigen sich die Deutschen beim Thema Gründung: Fast ein Drittel der Befragten (32,4 Prozent) gab an, sie könnten sich vorstellen, selbst ein Unternehmen zu gründen. Drei Viertel (76,7 Prozent) waren der Auffassung, Gründer sollten vom Staat stärker gefördert werden.

Anlass der Befragung war die impulse-Deutschlandtour, bei der die Redaktion eine Woche lang, von Flensburg bis zum Bodensee, mittelständische Firmen besuchte und vor Ort nach Erfolgsrezepten, Stärken und Schwächen recherchierte. Die Ergebnisse der Recherchen erscheinen am 25. April als Titelgeschichte der Mai-Ausgabe von impulse.

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