Unternehmen Methodik des großen Franchise-Rankings

Dem impulse-Franchise-Ranking liegt ein komplexes Bewertungssystem zugrunde. In die Liste werden nur Anbieter aufgenommen, die einen Fragebogen ausgefüllt und ein neunköpfiges Expertengremium aus Wissenschaft und Praxis überzeugt haben. Wir zeigen Ihnen, wie die impulse-Liste der 100 besten Systeme zustande kommt.

Wer hat es dieses Jahr in die Top 100 geschafft? Wer ist nach vorn gerückt? Und wer hat Plätze eingebüßt? Dem impulse-Franchise-Ranking liegt ein komplexes Bewertungssystem zugrunde, das die Redaktion vor fünf Jahren ent­wickelt hat. Chancen, in die Liste aufgenommen zu werden, haben nur Systeme, die in einem standardisierten Fragebogen Auskunft über wirtschaftliche Kennzahlen geben und ein neunköpfiges Expertengremium aus Wissenschaft und Praxis überzeugen. In der Bewertung wird bewusst die Perspektive neuer Franchisepartner eingenommen: Wie attraktiv ist ein System aus ihrer Sicht?

Nach der Methodik erhält ein System, das in einem wachsenden Markt dynamisch wächst, gute Verdienstchancen und ein hohes Maß an Sicherheit bietet, dabei nur geringe Investitionen verlangt, eine hohe Bewertung. Natürlich ist es in der Realität selten so, dass ein System all diese Eigenschaften auf sich vereint. Ein seit Jahren erfolgreiches System kann, wenn der Markt gesättigt ist, kaum mit seiner Dynamik punkten. Ein junges ­System dagegen, das stark wächst, wird ­weniger Punkte bei der Nachhaltigkeit erhalten: Je kleiner und jünger die Systeme sind, desto riskanter ist ein Einstieg für Franchisepartner. Hinter der Methodik stehen also bestimmte Annahmen über die Branche.

Anzeige

Zugrunde liegen 13 Einzelkriterien (mit jeweils maximal zehn Punkten): Sieben leiten sich aus Kennzahlen der Unternehmen ab, sechs beruhen auf Bewertungen von Experten. Sie vergeben unabhängig voneinander Punkte für jedes System, aus ihren Voten wird jeweils der Durchschnittswert gebildet, sodass der Einfluss eines Einzelnen begrenzt bleibt. Um ­differenzierter Stärken und Schwächen zeigen zu können, dokumentieren wir nicht nur die Gesamtpunktzahl, sondern schlüsseln die Bewertung in die Bereiche „Nachhaltigkeit“, „Dynamik“, „Verdienst“, „Markt“ und „Attraktivität“ auf. Sie setzen sich jeweils aus zwei oder drei Einzelkriterien zusammen.

Die Veränderungen im Ranking im Vergleich zum Vorjahr erklären sich aus ­einem Zusammenspiel veränderter wirtschaftlicher Daten und unterschiedlicher Expertenvoten. Es kann beispielsweise sein, dass ein System gute Zahlen vorlegt, aber in der Branche, etwa aufgrund aktueller Ereignisse, skeptisch betrachtet wird. Dies würde sich in einer schlechteren Experten­bewertung spiegeln. In Einzelfällen, wenn Systeme Zahlen nicht offenlegen wollten und sich diese auch nicht recherchieren ließen, kam es zu Abwertungen. Auch spielen bei der Platzierung technische Faktoren eine Rolle: Immer wieder kommt es vor, dass Systeme aus dem Ranking fallen, weil sie kein Franchising mehr anbieten oder nicht mehr teilnehmen wollen. ­Andere rücken dann vor. Auch stoßen ­jedes Jahr neue Systeme dazu. Insgesamt waren dieses Mal 150 Systeme bereit, ­ihre Zahlen offenzulegen – und sich auf diese Weise dem Wettbewerb zu stellen.

Kriterien

Die 13 Kriterien (jeweils maximal zehn ­Punkte) werden in fünf Bereiche gebündelt:

Nachhaltigkeit
Bewertet werden Firmenalter, Partneranzahl und Umsatz der Zentrale. Ein System, das bereits lange aktiv ist, punktet stärker als ein junges; große stärker als kleine. Und je mehr eine Zentrale etwa durch Gebühren oder Warenlieferungen einnimmt, desto professioneller, so die Annahme, kann sie auch als Dienstleister für Partner auftreten. (max. 30 Punkte)
Dynamik
Bewertet werden tatsächliches und geplantes Wachstum. Systeme, die überzogene Expansionspläne verkündet haben, werden abgewertet. Wachsende Systeme, die vielen Neueinsteigern eine Chance bieten, punkten stärker. (max. 20 Punkte)
Verdienst
Je weniger ein Franchisepartner anfangs investieren muss, desto mehr Punkte erhält das System. Bewertet werden auch künftige Expansions- und Verdienstchancen: Systeme, die Partnern ermöglichen, mehrere Standorte zu eröffnen und damit mehr zu verdienen, schneiden besser ab. (max. 20 Punkte)
Markt
Das Marktumfeld wird – da es sich kaum aus objektiven Zahlen ableiten lässt – von den Branchenexperten bewertet: Wie erfolgreich ist die Geschäftsidee? Hat sie als Franchisesystem Zukunft? Und wie stark ist die Konkurrenz? (max. 30 Punkte)
Attraktivität
Auch dieser Aspekt wird von den Experten bewertet: Wie attraktiv ist ein System für neue Partner? Lohnt sich ein ­finanzielles Engagement? Wie stark ist die Marke? Wie zufrieden sind die Partner? Gibt es aktuelle Ereignisse, die die Attraktivität ­eines ­Systems verändern? (max. 30 Punkte)
Experten
Zum Gremium gehören die Rechtsanwälte Marco Hero aus der Kanzlei Tigges Rechtsanwälte und Dr. Dagmar Waldzus aus der Kanzlei Buse Heberer Fromm, die Berater Jörg Eckhold, Felix ­Peckert und Reinhard Wingral, Professor Dr. Roland Mattmüller von der European Business School, ­Stephan Jansen vom ­Verband Deutscher Bürgschaftsbanken und Holger Schwabe von der KfW Bankengruppe. Auch impulse hat in diesem Gremium ­eine Stimme: Die Redak­tion gründet ihre Bewertungen auf eigene Recherchen und bezieht die Expertise des Deutschen Franchise-Verbands mit ein.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...