Unternehmen Meuterei bei Ryanair

Nach der Landung einer Ryanair-Maschine auf dem falschen Zielflughafen gehen die Passagiere auf die Barrikaden. Die Crew geht von Bord, das Licht wird gelöscht, doch die Fluggäste bleiben über vier Stunden lang.

Lüttich ist nicht Beauvais. Diese Erkenntnis dürfte das Management von Ryanair beschäftigen, nachdem die Passagiere einer verspäteten und umgeleiteten Maschine der Billigairline nach der Landung in Belgien statt in Frankreich am Dienstag einen Sitzstreik anzettelten.

Als die Ryanair-Maschine statt wie geplant im französischen Beauvais mit mehreren Stunden Verspätung kurz vor Mitternacht im 350 Kilometer entfernten Lüttich niedergeht, weigern sich 100 genervte Passagiere, das Flugzeug zu verlassen. Die Besatzung ging kurzerhand von Bord, die Piloten schalteten das Licht aus und verriegelten die Klos. Das beeindruckte die Fluggäste wenig. Sie protestierten mit einem vierstündigen Sitzstreik.

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„Die Leute waren sehr aufgeregt und verständlicherweise wütend“, sagte der Sprecher des Flughafens von Lüttich am Mittwoch. „Es gab ein paar Gewalttätigkeiten. Die Lage war wirklich angespannt.“

Da Ryanair nach Angaben des Flughafens kein Personal auf dem Flughafen Lüttich stationiert hatte, bemüht sich das Flughafenpersonal, die Lage zu beruhigen. Gegen 04.30 Uhr seien die Passagiere schließlich in Busse gestiegen, die sie über die Grenze nach Beauvais brachten.

Insgesamt habe Ryanair vier Maschinen von Beauvais nach Lüttich umgeleitet. „Bei den ersten dreien verlief noch alles ziemlich glatt“, sagte der Sprecher. Die vierte Maschine war mit dreistündiger Verspätung in Fes (Marokko) abgeflogen und hatte nicht in Beauvais landen können, weil der dortige Flughafen nicht mehr geöffnet war.

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