Unternehmen Millionenschwere Bilanzfehler bei Hess

Die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen gegen den Leuchtenhersteller Hess wegen des Verdachts der Bilanzmanipulation erneut ausgeweitet. Eine vom Aufsichtsrat in Auftrag gegebene Untersuchung beziffert inzwischen deren Ausmaß. Demnach sollen der Gewinn und Umsatz um Millionen zu hoch ausgewiesen worden sein.

Eine vom Aufsichtsrat in Auftrag gegebene Untersuchung hat deutliche Fehler in der Bilanz des angeschlagenen Leuchten-Spezialisten Hess AG zutage gefördert. Danach seien für das Geschäftsjahr 2011 der Umsatz um rund neun Millionen Euro sowie der Jahresüberschuss um rund sechs Millionen Euro zu hoch ausgewiesen worden, teilte das Schwarzwälder Unternehmen am Donnerstagabend mit. Für 2012 seien die Erlöse um rund 15 Millionen Euro sowie der Gewinn um rund neun Millionen Euro zu hoch angegeben worden.

Aufgrund dieser Ergebnisse erwarte die Gesellschaft für 2012 einen Verlust von mindestens 15 Millionen Euro. Die komplette Veröffentlichung der Bilanz für 2012 wurde vorerst verschoben. Nach der Sonderuntersuchung müsse zunächst der Jahresabschluss für 2011 neu verfasst werden, hieß es. Danach könne mit der Prüfung des Jahresabschluss für 2012 begonnen werden. Die Zahlen werden nicht in der gesetzlich vorgegebenen Frist vorliegen.
Auch der Bericht zum 1. Quartal des Geschäftsjahres 2013 wird sich auf unbestimmte Zeit verzögern.

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Das bereits aufgelegte Restrukturierungsprogramm soll nun aufgrund der neuen Ergebnisse angepasst werden. Es wird im Laufe des Aprils vorgestellt. Hess hatte bereits angekündigt, 50 Mitarbeiter entlassen zu müssen, gut 40 am Stammsitz Villingen-Schwenningen.

Staatsanwaltschaft weitet Ermittlungen aus

Unterdessen weitete die Staatsanwaltschaft Mannheim ihre Untersuchungen wegen des Verdachts der Bilanzmanipulation aus. Es werde inzwischen gegen 15 Personen ermittelt, sagte ein Sprecher am Freitag auf Anfrage. Neu seien Personen hinzugekommen, die möglicherweise Beihilfe zu Scheinrechnungen geleistet hätten. Ein Ende des Verfahrens sei nicht absehbar.

Hess hatte Mitte Februar Insolvenz angemeldet. Die beiden früheren Vorstände stehen im Verdacht, vor dem Börsengang des Unternehmens im vergangenen Oktober Bilanzen manipuliert zu haben. Gegen die beiden Manager, sowie ein Aufsichtsratsmitglied und weitere Mitarbeiter ermittelt die Staatsanwaltschaft. Die Aktie wurde vergangene Woche vom Handel ausgesetzt.

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