Unternehmen Mini-Wachstum zum Jahresauftakt

Containerschiffe im Hamburger Hafen

Containerschiffe im Hamburger Hafen© HHLA

Der strenge Winter hat in Deutschland Hoffnungen auf einen schwungvollen Jahresbeginn der Konjunktur zunichtegemacht. Immerhin: Die Verbraucher sind in Konsumlaune.

 

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Die deutsche Wirtschaft ist dank der Konsumfreude der Verbraucher knapp an einer Rezession vorbeigeschrammt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im ersten Quartal 2013 preis-, saison- und kalenderbereinigt minimal um 0,1 Prozent gegenüber dem Schlussquartal 2012, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Die Wiesbadener Behörde bestätigte damit erste Schätzungen. Positive Impulse kamen fast ausschließlich vom Privatkonsum. Die Unternehmen stellten dagegen Investitionen zurück, der Konjunkturmotor Außenhandel schwächelte. Auch der strenge Winter belastete die Wirtschaftsentwicklung.

In den letzten drei Monaten 2012 war das Bruttoinlandsprodukt um 0,7 Prozent geschrumpft. Sinkt die Wirtschaftsleistung zwei Quartale in Folge, sprechen Volkswirte gemeinhin von einer Rezession. Deutschland steht trotz des schwachen Wachstums zu Jahresbeginn aber immer noch besser da als der Euroraum insgesamt. Seit eineinhalb Jahren schrumpft die Wirtschaftsleistung im gemeinsamen Währungsraum.

Die privaten Konsumausgaben legten im ersten Quartal um 0,8 Prozent zu und stützten damit die Konjunktur. Von der Schuldenkrise verunsicherte Unternehmen hielten sich dagegen weiter mit Investitionen in Ausrüstungen wie Maschinen und Fahrzeuge zurück (minus 0,6 Prozent). Der traditionelle Konjunkturmotor Außenhandel trug lediglich mit 0,1 Prozentpunkten zum Wachstum bei.

Ohne Wettereffekt: BIP-Anstieg von 0,4 Prozent

Die Investitionen im wetterabhängigen Bau sanken deutlich um 2,1 Prozent. Ohne den Wettereffekt wäre der Wachstumsbeitrag des Bausektors voraussichtlich positiv und ein Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von etwa 0,4 Prozent möglich gewesen, erklärten Volkswirte der BayernLB.

Nach dem schwachen Jahresstart ruhen die Hoffnungen nun auf den kommenden Monaten. Die Verbraucher sind weiter in Konsumlaune; die ohnehin sehr gute Stimmung verbesserte sich im Juni erneut, wie das Marktforschungsunternehmen GfK am Freitag mitteilte. Auch die Unternehmen sind wieder zuversichtlicher. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Mai überraschend.

Die Bundesbank rechnet für das zweite Quartal 2013 „mit einer spürbaren gesamtwirtschaftlichen Belebung“. Bei Bauinvestitionen sei nach dem langen Winter einiges nachzuholen, zudem hätten die Aufträge für die Industrie spürbar angezogen, schrieb die Notenbank in ihrem jüngsten Monatsbericht.

Jahresvergleich: deutliche Bremsspuren im ersten Quartal

Die Bundesregierung ging zuletzt davon aus, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um 0,5 Prozent wächst. Im vergangenen Jahr hatte das BIP um 0,7 Prozent zugelegt.

Auch im Jahresvergleich zeigten sich deutliche Bremsspuren im ersten Quartal. Gegenüber den ersten drei Monaten 2012 sank das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt um 1,4 Prozent. „Dieser kräftige Rückgang war allerdings überwiegend kalenderbedingt“, erklärten die Statistiker. In diesem Jahr gab es unter anderem wegen der Lage der Osterferien weniger Arbeitstage. Bereinigt um diesen Effekt schrumpfte die Wirtschaft lediglich um 0,2 Prozent. Die Zahl der Erwerbstätigen stieg um 0,7 Prozent auf 41,5 Millionen.

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