Unternehmen Mittelstand fordert eigene Mission

Der Weg ins All führt nicht immer nur über Amerika, China oder Russland. Auch deutsche Wissenschaftler und Raumfahrt-Unternehmen verfügen über renommiertes Know-how. Diese fordern jetzt die Regierung auf, sich für eine Testmission, den Weltraum zu säubern, stark zu machen.

Die deutsche Raumfahrt steht im Schatten der US-Weltraumbehörde Nasa. Das Projekt, den Orbit von gefährlichem Weltraumschrott zu befreien, wäre jedoch eine Chance, die hiesigen Stärken zu zeigen. Denn die Technik dafür werde seit Jahren in Deutschland entwickelt: Unter der Führung des Bremer Raumfahrtunternehmens OHB System arbeitet ein Konsortium von Firmen und Forschungsstellen an der „Deutschen Orbitalen Service-Mission“ (Deos), bei der ein Roboter-Raumschiff defekte Satelliten einfangen soll.

Kosten für eine solche Testmission beziffern Experten auf rund 100 Millionen Euro. Derzeit fördere der Bund das Vorhaben mit knapp sieben Millionen Euro. Das sei aber nicht genug, warnt Gerhard Hirzinger, Leiter des DLR-Instituts für Robotik und Mechatronik. Es bestehe die Gefahr sich in Entwicklungsprojekten zu verlieren. Ohne eine eigene Mission sei die Technologieführerschaft bedroht und das zu einer Zeit, in der die Nasa massiv in die Robotik investiere, so Hirzinger.

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Mit deutscher Satellitenrettungstechnik könne zudem viel Geld verdient werden, erklärt der Münchner Raumfahrtunternehmer Jürgen Breitkopf. Seine Firma, die OHB-Tochter Kayser Threde, leitet ein Konsortium, das mit dem Service-Raumschiff „Olev“ die Lebensdauer millionenteurer Fernmelde-Satelliten verlängern will. Das Unternehmen benötige eine Anschubfinanzierung von 150 Millionen Euro, bei einem Umsatzpotenzial von einer Milliarde Euro zwischen 2012 und 2022.

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