Unternehmen Mittelständler CCP geht gegen Samsung vor US-Gericht vor

Sollten die Koreaner tatsächlich Technik "Made in Germany" kopiert haben, kann es teuer werden: Das Verfahren soll Lizenzrechtsansprüche in Höhe von einer halben Mrd. US-Dollar klären. Dazu müssen beide Unternehmen ihre Akten offenlegen.

Das deutsche Softwarehaus CCP geht wegen Technologiediebstahls gegen den koreanischen Technologiekonzern Samsung vor. In einer Schadensersatzklage vor einem Gericht im US-Bundesstaat New Jersey wirft der Mittelständler den Koreanern vor, ein von CCP entwickeltes Druckerbetriebssystem seit 2008 millio¬nenfach in Geräte eingebaut zu haben, ohne die entsprechenden Lizenzrechte von CCP zu besitzen. Wie impulse (Ausgabe 5/2011, EVT 28. April) berichtet, beabsichtigt CCP, im Mai beim District Court in New Jersey eine sogenannte Pre-Trial-Discovery gegen Samsung zu beantragen. Diese verpflichtet die Parteien eines US-Prozesses, sämtliche Unternehmensakten herauszugeben, die in Zusammenhang mit dem Klagevorwurf stehen. CCP-Vorstand Roland Widuch beziffert den Streitwert auf 500 Mio. US-Dollar.

Nach einer von CCP in Auftrag gegebenen Schätzung lief das CCP-Betriebssystem bis Ende 2010 ganz oder in Teilen auf 7,8 Mio. Druckern weltweit. Erhalten hat die Firma nach eigener Aussage bisher jedoch nur weniger als 10.000 Euro Lizenzgelder. In Deutschland hat das Softwarehaus parallel dazu den US-Computerkonzern IBM verklagt, der 2004 die weltweite Vermarktung des Programms vertraglich übernommen hatte. „Wir haben die Vergangenheit und die Zukunft zu klären“, sagte Widuch. IBM und Samsung wollten zu den laufenden Gerichtsverfahren keine Stellung nehmen.

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Dieser Beitrag stammt aus der impulse-Ausgabe 05/2011.

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