Unternehmen Müller Milch verstärkt sich in England

Seit Mitte vergangenen Jahres führt Heiner Kamps die Unternehmensgruppe Theo Müller. Nun kann der gelernte Bäckermeister seinen ersten Erfolg vermelden. Der Milchkonzern kauft in England groß ein.

Die schwäbische Unternehmensgruppe Theo Müller übernimmt den britischen Molkerei-Konzern Robert Wiseman Dairies. Das Imperium von Theo Müller biete insgesamt knapp 280 Millionen Pfund für den Rivalen, teilten beide Firmen am Montag mit. „Das ist ein strategisch wichtiger Schritt für die Unternehmensgruppe Theo Müller in Großbritannien“, erklärte Vorstandschef Heiner Kamps.

Wiseman liefert den Angaben zufolge rund ein Drittel des britischen Frischmilchkonsums und erwirtschaftete im abgelaufenen Geschäftsjahr mit rund 5000 Mitarbeitern einen Umsatz von 900 Mio. Pfund. Von der Insel wurde Müllers Angebot begrüßt. Die Verbindung mit den Deutschen sei sinnvoll, lobte Molkerei-Patriarch Robert Wiseman. „Sie bringt in Großbritannien einen führenden integrierten Molkereianbieter hervor, dessen Marktpositionen sich in den Bereichen Joghurt und Dessert sowie Frischmilch ergänzen.“ Die Mitglieder des Verwaltungsrats von Robert Wiseman Dairies halten die Bedingungen des Angebots für fair und angemessen und beabsichtigen, den Aktionären einstimmig die Annahme des Angebots zu empfehlen, wie es hieß.

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Die Mehrheit an Wiseman hat Müller bereits sicher. Die Unternehmerfamilie hat ihren Anteil von 35 Prozent bereits den Schwaben versprochen. Weitere Manager und einzelne Investoren hätten ihre Aktien ebenfalls bereits Müller zugesichert, so dass dessen Unternehmensgruppe bereits Zugriff auf 54 Prozent der Wiseman-Anteile habe.

Zum Müller-Konzern gehören in Deutschland neben den Milchprodukt-Erzeugern Weihenstephan und Sachsenmilch auch die Fisch-Kette Nordsee und die Feinkostmarken Homann und Nadler. Seit Mitte des vergangenen Jahrzehnts treibt Müller die internationale Expansion voran. In der Öffentlichkeit geriet Müller wiederholt wegen seiner Geschäftspolitik gegenüber regionalen Milchbauern in die Kritik, die ihm Dumpingpreise und unfaire Lieferverträge vorwarfen.

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