Unternehmen Nach alternativen Lieferanten umsehen

Rohstoffe werden immer teurer. Darauf sind mittelständische Unternehmen schlecht vorbereitet, wie eine aktuelle Studie zeigt. Die Kommunikation mit den Lieferanten könnte eine Lösung sein.

Obwohl sich die Kosten im Einkauf durch steigende Rohstoffpreise erhöhen, hat die Mehrheit der mittelständischen Unternehmen keine Strategie, um die zunehmenden Ausgaben abzufedern. Duran Sarikaya, Geschäftsführer der Einkaufsberatung Kloepfel Consulting, empfiehlt daher Lieferanten zu befragen, inwiefern sie selbst Vorkehrungen gegen zunehmende Preise getroffen haben und wie gut es um ihre Liquidität steht. „Anschließend können Unternehmen Risiken erkennen, analysieren und priorisieren, Notfallstrategien aufstellen und sich schon jetzt nach alternativen Lieferanten umsehen,“ sagt er. Dafür müsse der Einkäufer vor allem regelmäßig mit den Lieferanten kommunizieren. Wie die Umfrage zeigt, ist der Einkauf in 44 Prozent der Fälle für die Risikomanagementstrategie zuständig, sofern vorhanden.

89 Einkäufer wurden von Kloepfel Consulting in Zusammenarbeit mit dem Portal Renditemotor Einkauf und der Fachzeitschrift Technik + Einkauf befragt. Zwei Drittel von ihnen gaben an, dass sie Projekte planen, um günstiger an Rohstoffe zu kommen. Dafür wollen sie sich entweder nach alternativen Rohmaterialien umsehen (64 Prozent) oder alle unnötigen Kosten zum Erwerb von Rohstoffen beseitigen (53 Prozent). „So können alle überflüssigen Teile beziehungsweise Funktionen an einem Produkt oder einer Dienstleistung vermieden werden“, sagt Lars Sommnitz, Studienleiter bei Kloepfel Consulting.

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Die Einkaufskosten für Metalle werden bei knapp der Hälfte der befragten Unternehmen am ehesten abgesichert. Es folgen Kunststoffe, Strom und Gas. Die Absicherung ist zum Beispiel mit Hilfe von Mengenkontrakten oder Back-to-Back-Geschäften möglich, wie Duran Sarikaya sagt. Bei Mengenkontrakten wird die zu liefernde Gesamtmenge vereinbart, bei der Back-to-Back-Beschaffung deckt sich der Lieferant zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses mit der vom Kunden gewünschten Menge ein. So kann der Kunde einen Zeitpunkt wählen, an dem die Marktpreise günstig sind.

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