Unternehmen Neue Ermittlungen bei Hess

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Eine Woche nach der Pleite des Schwarzwälder Leuchtenherstellers Hess ist Volker Grub zum neuen Insolvenzverwalter ernannt worden. Gegen die beiden früheren Vorstände gibt es unterdessen weitere Vorwürfe. Staatsanwälte und die BaFin ermitteln.

Der Stuttgarter Rechtsanwalt Volker Grub ist zum neuen Insolvenzverwalter des Schwarzwälder Leuchtenherstellers Hess bestimmt worden. Grub werde sich auf die finanziell schwer angeschlagene Hess AG in Villingen-Schwenningen (Schwarzwald-Baar-Kreis) konzentrieren, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Sein Kanzleikollege Martin Mucha, der bisher alleiniger Insolvenzverwalter war, kümmere sich nun um das Tochterunternehmen Hess Lichttechnik GmbH in Löbau bei Dresden. Da es sich um zwei unterschiedliche Unternehmen handele, seien auch zwei Insolvenzverwalter sinnvoll. Die beiden Firmen haben gemeinsam rund 380 Beschäftigte.

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Staatsanwaltschaft weitet Ermittlungen aus

Parallel hat die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen gegen die früheren Hess-Vorstände Christoph Hess und Peter Ziegler ausgeweitet. Untersucht werde nun auch der Verdacht der Insolvenzverschleppung, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Mannheim. Bislang liefen die Ermittlungen wegen des Verdachts der Bilanzmanipulation. Und auch die Finanzaufsicht BaFin hat sich erstmals eingeschaltet. Nach Angaben einer Sprecherin untersucht auch sie die Vorwürfe gegen die beiden früheren Hess-Vorstände.

Grub ist bekannt als früherer Insolvenzverwalter bei Unternehmen wie Bauknecht, Südmilch und Schiesser. Im Schwarzwald hatte er unter anderem die Modellbaufirma Faller in Gütenbach durch die Insolvenz geführt. Der bisher alleinige Insolvenzverwalter Muchta habe die Personalie vorgeschlagen, hieß es. Das zuständige Amtsgericht habe sie bestätigt. Grub und Muchta seien ein eingespieltes Team. Sie hätten bereits bei den Insolvenzen von Schiesser und der Rohwedder AG in Bermatingen (Bodenseekreis) als Duo agiert.

Hess hatte in der vergangenen Woche Insolvenz angemeldet. Die beiden früheren Vorstände stehen im Verdacht, vor dem Börsengang des Unternehmens im vergangenen Oktober Bilanzen manipuliert zu haben. Der Aufsichtsrat hatte die beiden Manager wegen der Vorwürfe vor rund einem Monat entlassen, daraufhin hatte die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen aufgenommen.

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