Unternehmen Neuer Eigentümer will Märklin „stärker ins Kinderzimmer bringen“

Erleichterung bei den 1100 Märklin-Beschäftigten: Der 2009 in die Insolvenz geratene Modellbahnhersteller wird von dem Chef des Fürther Spielwarenkonzerns Simba Dickie, Michael Sieber, übernommen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Der neue Eigentümer von Märklin will die Modelleisenbahn wieder verstärkt in die Kinderzimmer bringen. Nur so schaffe man sich den kaufkräftigen Sammler von morgen, sagte der Chef des Bobby-Car-Produzenten, Michael Sieber, am Donnerstag in Fürth. Zugleich will Sieber den Exportanteil der Märklin-Gruppe deutlich erhöhen. „Hier kann die Simba Dickie Group mit ihrer Auslandserfahrung Märklin sicher tatkräftig unterstützen“, so Sieber.

Der bisherige Insolvenzverwalter Michael Pluta nannte die am Donnerstag offiziell bekanntgegebene Übernahme von Märklin durch den Simba-Dickie-Chef und dessen Sohn Florian ein „doppeltes Happy End“.
Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

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Sieber hatte das Unternehmen am Donnerstag zusammen mit seinem 28 Jahre alten Sohn übernommen. Florian Sieber soll das Unternehmen künftig zusammen mit den bisherigen gleichberechtigten Geschäftsführern Wolfrad Bächle und Stefan Löbich führen. Die am Donnerstag notariell besiegelte Übernahme tritt in Kraft, sobald das Kartellamt sein grünes Lichte gegeben hat.

Göppingen bleibt Firmensitz

Firmensitz soll auch weiterhin Göppingen bleiben. Ein Personalabbau sei nicht geplant. Die Märklin-Gruppe mit den Marken Trix und LGL beschäftigt 1100 Mitarbeiter, 480 davon in Ungarn. Eine von Sieber ausgesprochene Arbeitsplatzgarantie sichert ihre Jobs mindestens bis 2019. Im Gegenzug müssen die Beschäftigten weiter auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichten. Dafür erhalten sie im Fall von Gewinnen Bonuszahlungen, erläuterte der bisherige Insolvenzverwalter. Das sei in doppelter Hinsicht ein Glücksfall: Zum einem übernehme sein Wunschkandidat Märklin, zum anderen könnten die Forderungen der 1400 Gläubiger zu 100 Prozent bedient werden.

Was die Markenstrategie angehe, so Sieber, solle Märklin zunächst als eigene Marke auftreten. „Märklin ist eine Spielwaren-Ikone, wie Schuco und Steiff – daran wollen wir nichts ändern“, betonte Sieber.
Allein 2013 seien Investitionen in neue Produkte und einen Ausbau des Werks um ungarischen Györ in Höhe von rund neun Millionen Euro geplant.

Märklin hatte 2012 nach Plutas Angaben 109 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet – und damit etwa so viel wie im Jahr 2011. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern liege mit rund 10 Millionen Euro ebenfalls auf dem Niveau der Vorjahre, deutete Pluta an. Genaue Zahlen will das Unternehmen aber erst in den kommenden Wochen veröffentlichen. Der Umsatz der Simba Dickie Group lag im abgelaufenen Jahre bei 615 Millionen. Unter dem Dach der Gruppe sind mehr als ein Dutzend Marken versammelt, darunter die Marken Schuco, Smoby und Big. Der Konzern gehört zu den Top 10 der weltgrößten Spielwarenhersteller.
Gesellschafter der Gruppe sind Familienmitglieder.

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